Kinder verkraften das schnell? – Umzug und Schulwechsel

Ein möglicher Umzug. Ein damit möglicher Schulwechsel. Eine neue Stadt. Ein neues Umfeld.

Kinder verkraften das schnell.
Kinder stecken das schnell weg.
Kinder schaffen das leichter.

Diese und ähnliche Aussagen bekomme ich in den letzten Wochen sehr oft um die Ohren gehauen. Denn bei uns stehen möglicherweise einige Veränderungen vor der Tür. Und dementsprechend geistern viele Überlegungen und Ängste in meinem mütterlichen Hirn herum. Aber jedesmal, wenn ich mich jemandem anvertraue, höre ich diesselbe Leier.

"Schulwechsel"Meine Tochter ist sehr sensibel

Aber lasst mich etwas weiter ausholen: Wir leben seit 15 Jahren in dieser Stadt, die nicht meine Heimatstadt ist. Meine beiden Töchter sind hier geboren, gehen hier in Kindergarten und Schule und sind hier eben zu Hause. Das hier ist ihre Heimat. Nicht meine, aber ihre. Hier haben sie ihre Freunde, ihr Umfeld, ihre Sicherheit. Ja, sie sind noch klein. Nein, sie sind keine Erwachsenen. Und jetzt sieht es so aus, als müssten wir eventuell einen Umzug in Betracht ziehen. Aus beruflichen Gründen. Und genau das macht mir schwer zu schaffen. Auch, weil ich selbst vor 15 Jahren verdammt schweren Herzens meine eigene Heimat hinter mir gelassen und hier komplett neu angefangen habe – und sehr lange brauchte, bis ich mich hier zu Hause fühlte. Vor allem aber, weil ich mir Gedanken um meine große Tochter mache. Sie ist gerade in die zweite Klasse gekommen. Sie ist 7,5 Jahre alt. Und sie ist sehr, sehr sensibel. Wir hatten vor etwa einem Jahr eine größere Wohnung abgesagt, weil ein Umzug bedeutet hätte, dass ich meiner Tochter ein paar Tage vor den Sommerferien hätte sagen müssen, dass sie nach den Ferien nicht in die Grundschule hätte gehen können, auf die sie schon immer vorbereitet war, auf die sie sich freute. Und schon wegen dieser Absage und Entscheidung musste ich mir einiges anhören. Von wegen, wie man eine solche Entscheidung von einer 6-Jährigen abhängig machen kann.

Schulwechsel und Umzug in der Grundschule

Schon da hörte ich diese Sätze. „Das hätte sie schnell verkraftet“, „Die hätte sich ganz schnell umgewöhnt“. Dieselben Sätze, die ich auch heute höre. Und ehrlich: Ich hasse diese pauschalen Aussagen! Ganz ehrlich, ich kenne meine Tochter. Ich weiß, dass meine Kleine, das Mäuschen, ein paar Tage traurig wäre und dann gespannt und fröhlich in das neue Abenteuer starten würde. Ich weiß aber auch, dass eine derartige Veränderung die Maus total aus der Bahn werfen würde. Und zwar so richtig. Und die Veränderung, die jetzt vielleicht ansteht, würde nicht nur einen Umzug innerhalb der Stadt bedeuten. Sie würde ein neues Bundesland, eine neue Stadt, eine neue Wohnung und einen Schulwechsel bedeuten. Es würde bedeuten, dass sie ihren Papa wahrscheinlich sechs Monate lang nur am Wochenende sieht, während sie sich darauf vorbereiten muss, ihre Freunde, ihre Schule, ihre Heimat für das komplett Unbekannte aufzugeben. Ein Schulwechsel samt neuer Stadt bedeutet, dass sich alles für immer ändert.

Sind Kinder keine Menschen?

Kinder verkraften das schnell. Kinder stellen sich da schnell um. Kinder nehmen sowas nicht so schwer.
Mal ehrlich – würde jemand in dieser und ähnlichen Situationen Sätze wie „Menschen verkraften das schnell“ oder „Menschen stellen sich da schnell um“ sagen? Nein. Das würde niemand. Und warum nicht? Weil kein Mensch wie der andere ist. Weil Menschen unterschiedlich ticken, jeder andere Prioritäten hat und jeder mit Veränderungen, Verlusten oder Ängsten anders umgeht. Warum bitte soll das für Kinder nicht gelten? Sind Kinder keine Menschen? Sind Kinder alle gleich? Glauben manche Menschen wirklich, dass manche Dinge im Leben Kinder nicht genauso nachhaltig verunsichern und sie für die Zukunft beeinflussen und verändern können wie uns Erwachsene? Glauben manche Leute ehrlich, dass Kinder immer einfach mitlaufen und sich schnell an alles anpassen, nur weil ihre Eltern bei ihnen sind?

Lasst den Kindern ihre Stimme

Kinder sind auch Menschen. Und Kinder ticken genauso unterschiedlich wie wir Großen auch. Und wenn ich als Mutter sage, dass ich Sorge habe, dass meine Tochter Schaden nehmen könnte, dann sage ich das nicht nur so dahin. Sicher gibt es Kinder, die keine großen Probleme mit Veränderungen haben. Das ist schön. Die Maus ist aber nicht so. Die Maus ist heute noch traurig darüber, dass wir vor Jahren die Zimmer in unserer Wohnung getauscht haben. Die Maus kann noch heute über Dinge weinen, die schon Jahre her sind. Sie ist sehr sensibel, was Veränderungen angeht. Schon in ganz kleinen Bereichen. Ihre Stabilität hängt an so vielen Faktoren, über die sich manch einer von euch wirklich wundern würde. Ich halte nichts davon, immer alles über die Köpfe der Kinder hinweg zu entscheiden. Sicher, wenn etwas nicht anders geht, dann geht es nicht. Aber ich bin dafür, dass man die kleinen Menschen miteinbezieht, sie an Entscheidungsprozessen teilhaben lässt und ihnen ihre Stimme und die Gelegenheit gibt, ihre Meinung zu sagen. Laut.

Nicht nur ein Schulwechsel

Vielleicht geht alles gut, sollte es wirklich soweit kommen. Vielleicht würde sich alles irgendwie regeln. Aber vielleicht würde sie auch so aus der Bahn geworfen, dass sie die Grundschule mehr schlecht als recht hinter sich bringt. Vielleicht würden Veränderungen, die ihr mit 7 passieren, ihr weiters Leben negativ beeinflussen. Man kann nicht sein ganzes Leben von dem „Vielleicht“ einer Grundschülerin abhängig machen, das ist klar. Aber man kann es sich auch nicht so einfach machen und sagen, dass Kinder das schön leicht wegstecken. Gefälligst. Weil das ja bei allen Kindern so ist. Und wer meine Ängste und Sorgen um meine Tochter mit solchen Aussagen abtut, nimmt damit nicht nur SIE nicht ernst, sondern auch mich. Und ich bin diejenige, die ihre Kinder wohl am besten kennt.

Dann mache ich eben Theater. Ich liebe das Theater.

Hört auf, Kinder immer alle gleich behandeln und beurteilen zu wollen. Das ist das große Problem von so vielen Ratgebern, Berichten, Tipps und Ratschlägen. Kinder sind nicht gleich Kinder. Kinder sind kleine Menschen mit denselben Stärken und Schwächen, Ängsten und Sorgen, Stimmen und Meinungen wie wir Großen auch! Und ich finde es schade, dass man das immer wieder aufs Neue so betonen muss. Und wie ich schon oft sagte und schrieb: Es darf jeder gerne denken, dass man als Eltern heute oft zu viel Theater um die Belange der Kinder macht. ICH finde das aber eben selbstverständlich.

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Die Grummels testen den Schulrucksack Ypsilon von Deuter **Werbung**

Heute will ich mit euch mal einen Test teilen, den wir zusammen mit der Firma Deuter gestartet haben. Und zwar geht es rund um den Schulrucksack. In vielen Bundesländern läuft das neue Schuljahr schon oder startet in einer Woche wieder neu. Und für alle, die sich noch nicht entschlossen haben oder sich umorientieren wollen, möchte ich meine Eindrücke und Erfahrungen bloggen.

Als ich angefragt wurde, einen Schulrucksack von Deuter zu testen, hatte ich eigentlich gleich Lust, denn die Firma ist schon lange in unseren Alltag mit Kindern integriert. Allerdings eher in ihrem klassischen Bereich – dem der Wander- und Outdoorrucksäcke. Mit Deuter schleppen wir quasi schon immer alles Gedöns mit uns herum, was man so für einen Ausflug mit einer drei- bis vierköpfigen Familie braucht. Und das ist ziemlich viel, wenn man irgendwann den Luxus eines Kinderwagens mit Ich-schmeiß-einfach-alles-untendrunter-Funktion nicht mehr hat. Die Firma war mir also schon sehr sympatisch. Gut, auch weil ICH den Rucksack gar nicht schleppe, sondern der Papa. Aber das ist hier nicht Thema… Zurück zu selbigem!

Deuter "Ypsilon" SchulrucksackRanzen oder Rucksack?

Als wir vor einem Jahr vor dieser Entscheidung standen, war mir eigentlich (total nostalgisch) klar, dass wir einen soliden, klassischen Ranzen „wie früher“ haben wollen. Mein Mann fand das doof und wollte tatsächlich und ohne zu schleimen genau DEN, den wir jetzt testen. Aber die wahren Chefs Maus, meine Mutter und ich entschieden uns für ein Modell unserer Wahl. Nix Rucksack. Rucksack war für mich eher was für Größere, Coolere, Ältere. Ich hatte zwar ein paar gesehen, aber nicht wirklich angeschaut, weil ich in die Sache zugegeben etwas voreingenommen gestartet war. Ich wollte Ranzen. Wie ich früher. Punkt. Aus Gesprächen und Erfahrungen von Freunden und Bekannten läuft diese Auswahl recht oft wie bei uns. Der Rucksack ist noch immer das ungeliebte Stiefkind auf den Zetteln der Grundschul-Eltern. Ich weiß gar nicht, warum. Vielleicht, weil wir heutigen Eltern die 90er Kids waren, die mit verknautschten Rucksäcken auf einer Schulter cool daherkamen und uns so eigentlich permanent katastrophal schief hielten? Weil man zu unserer Zeit in der Grundschule eben Ranzen hatte und fertig?

Der Schulrucksack Deuter Ypsilon

Deuter stellte uns den Ypsilon in einer Farbe unserer Wahl zum Testen zur Verfügung. Die Maus wollte natürlich lila mit Blümmschn. Was auch sonst. Wir sollten komplett frei und ohne Bedinungen testen, wie so ein SchulRUCKSACK denn mit seinem Kumpel Ranzen so mithalten kann. Ich muss hier also nichts erfinden oder beschönigen. Schwör.
Und bevor ich mit meiner knallharten Kritik anfange, hier einfach mal ein paar Eckdaten zu dem guten Stück mit meinen bescheidenen Meinungen in Klammern:

– Gewicht: 1340 g (okay!)
– Volumen: 28 Liter (für die Grundschule fast etwas zu viel Platz, aber es kommt ja auch immer mehr dazu)
– Größe: 46 x 32 x 22 (H/B/T) cm (für meine sehr zierliche Maus etwas groß, aber so hält er auch länger und trotz der Größe ist er nicht unbequem, da er sehr gut verstellbar und anpassbar ist)
– Wertsacheninnenfach
– zwei große Außentaschen
– Dokumentenfach
– Organizer-Fach (zu den ganzen Taschen und Fächern insgesamt: Großartig! Alles, was so rumfährt und -fliegt hat irgendwo seinen Platz und auch unsere größte Vesperdose ist nicht zu groß! Dieser Punkt ist mir echt wichtig und da bin ich total begeistert!)
– Hüftgurt (finde ich nicht so notwendig, das Kind findet es aber cool)
– Brustgurt (stufenlos verstellbar, passt sich an jedes Kind an, super!)
– deuter active comfort fit – System (alles gepolstert, alles verstell- und anpassbar; es ist mit dem ganzen System möglich, den genau richtigen und bequemen Sitz für jede Größe und jede Statur zu finden – aber diesen Sitz auch mit der Zeit mitwachsen und sich verändern zu lassen, super!)
– Rahmenkonstruktion (eben doch kein verknautschter Rucksack!)

Schulrucksack Ypsilon Deuter
Hier auf dem Bild sieht man die Gurte an den Seiten, mit denen man den Rucksack zusammenziehen oder weiterstellen kann, um das Volumen anzupassen (Kompressionsriemen) und den Inhalt zu sichern. Über den Schultergurten hat es Riemen, um die Schultergurte und deren Lage an den Rücken anzupassen. Neben dem Hauptfach sieht man hier auch gut die drei Fächer (pinke Reißverschlüsse), in denen man jede Menge (superwichtigen) Kram verstauen kann. Außerdem sieht man eine der beiden elastischen Seitentaschen, in die locker Trinkflaschen oder ähnliches passen.

Schulrucksack mit Ranzen-Luxus

Warum ich mich im ersten Anlauf GEGEN einen Schulrucksack entschieden hatte, war ja wegen des vermeintlichen „Rumhäng-Faktors“ von Rucksäcken. Das ist hier überhaupt nicht der Fall. Der Ypsilon hat eine Rahmenkonstruktion und einen sehr stabilen Boden mit Stellfüßen, die doch ziemliches Ranzen-Feeling aufkommen lassen, ohne aber die Kastenform eines klassischen Ranzens zu haben. Was eigentlich echt cool ist, denn so kann man ihn hinstellen und etwas robuster anfassen, ohne dass die Bücher und Hefte leiden müssen, ihn aber bei wenig Inhalt auch mal kompakter zusammenfassen (durch seine Kompressionsriemen).

Schulrucksack Deuter Ypsilon
Oben hat er einen Tragegriff zum Tragen (ach!) und eine Schlaufe, an der man ihn in der Schule oder am Schreibtisch aufhängen kann. Außerdem hat er selbstverständlich zur Sicherheit und Sichtbarkeit rundherum Reflektoren an den Reißverschlüssen und an den Seiten, um gut gesehen zu werden. Sehr schön sichtbar sind hier auch die Blümmschn. Pinke. Grüne. Traumhaft!

Und jetzt Fazit und so?

Ein endgültiges und profimäßiges Fazit kann ich jetzt noch gar nicht raushauen. Dazu haben wir ihn noch nicht lange genug. Wie er jetzt also monatelanges Durchdiegegendpfeffern oder winterliches Schmuddelwetter aushält, wird man erst in ein paar Monaten sehen können. Bisher kann ich sagen, dass ich echt überrascht bin, dass so ein Schulrucksack locker mit einem klassischen Ranzen mithalten und es sogar mit ihm aufnehmen kann. Es sollte sich keiner (so wie ich) von seinen eigenen (coolen, aber unbequemen) Rucksack-Erfahrungen davon abhalten lassen, einen Schulrucksack in die engere Wahl zu nehmen! Ich habe die armen Stiefkinder nicht mal angesehen. Was mir im Nachhinein echt leidtut. Lieber Rucksack, das war sehr ungerecht von mir und ich möchte mich entschuldigen. Ich hätte dich nicht so voller Vorurteile behandeln sollen. Verzeih mir. Wir freuen uns sehr, dass du jetzt bei uns bist und ich hoffe, du nimmst mir die Sache nicht ganz so übel!

Spaß beiseite. Kurz. Der Ypsilon ist echt ein guter Rucksack, der für Erstklässler vielleicht – je nach Größe und Zierlichkeit – noch etwas groß sein kann, aber sicher ein super Begleiter durch die Schulzeit ist. Und für alle ab der 5. Klasse stelle ich ihn mir richtig super vor. Vor allem, weil er so viele schöne Täschchen und Fächer hat habe ich mich in ihn verliebt, ist er echt praktisch und hat seinen Ranzen-Kumpels etwas voraus. Und er ist einfach flexibler, was ich persönlich mittlerweile geschickter finde als die starren Ranzen-Korpusse.

Ich will auch was haben, Mama!!

Und für die lieben kleinen Geschwister-Kinder, die noch nicht in der Schule sind (oder für die Schulkinder, die gerne im Wald rumgeistern) gibt es den supersüßen Waldfuchs-Kinderrucksack, den wir auch zum Testen bekommen haben. Das Mäuschen ist total begeistert damit zu ihrer Waldwoche aufgebrochen, hat genug Platz für Ersatz-Klamotten, Vesper und Kuscheltier, aber was der Knaller für sie ist: Die herausnehmbare Sitzmatte! Hat man sowas schon erlebt! Also sie jedenfalls nicht – und ist überzeugt 😉 Ich persönlich finde das Fach für nasse Klamotten aber knalleriger als die Matte. Aber so scheiden sich eben die Geister! Und meine Meinung zählt ja sowieso maximal und allerhöchstens auf diesem meinen Blog – oder?

Jetzt hat quasi jeder hier was von Deuter. Nur ich nicht. Ich hätte dann gerne Wander-High-Heels oder eine schicke Handtasche. Danke!

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Danke für den ungefragten Ratschlag, wildfremder Mensch!

Man regt sich ja oft genug über einen (ungefragten) Ratschlag der eigenen Eltern oder (kinderloser) Freunde auf. Aber was ich persönlich ja noch viel schlimmer finde, sind Tipps und Tricks von wildfremden Menschen. Von Leuten, die ich in meinem ganzen Leben noch nie gesehen habe, die ich in meinem ganzen Leben nie mehr wieder sehen werde – und die meine Kinder in ihrem ganzen Leben noch nie erlebt haben! Fremde Leute mit Supertipps, ihr seid mir so ans Herz gewachsen wie Herpes oder High Heels aus Plastik, die Blasen verursachen: So gar nicht.

Ratschlag nein Danke„Die wäre schon von selbst stehengeblieben, da hätten Sie nicht brüllen müssen!“

Dieser Satz erfreute mich jüngst auf einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke, auf der meine Dreijährige hin- und herlief, um auf der einen Seite Blätter ins Wasser zu werfen und diese Blätter auf der anderen Seite vorbeischwimmen zu sehen. Just an diesem Tag war aber so viel Radverkehr, dass es wirklich nicht ohne war, die Kleine hin- und herflitzen zu lassen und gleichzeitig auf die Radfahrer zu achten. Nassgeschwitzt und gestresst brüllte ich also „STEHENBLEIBEN!“, als der 37465. Radler auf die Brücke schoss. Das Mäuschen blieb stehen und der alte Mann auf dem Rad auch. Um mir ebendiesen Satz vor die Füße zu motzen. Da platzte ich und gab ihm ein gutgemeintes „Nein, wäre ‚die‘ eben nicht, aber danke für den blöden Rat, fremder alter Mann!“. Zugegeben, etwas hart, aber kennt er mein Kind? Kennt er die anderen 37464 Radfahrer, die supergenervt sind, wenn ein Kleinkind auf ihrem Weg rumhüpft? Nein.

Ich habe ja nichts gegen Ratschläge, aber…

Im Prinzip ist ein Ratschlag ja meistens tatsächlich schlicht und einfach nur eins: Gut gemeint. Und zwar ohne bitteren Beigeschmack. Die liebe alte Dame, die sich ernstlich sorgt, was hinter dem Brüllanfall des Kleinkindes beim Bäcker stecken könnte; der liebe alte Herr, der sich um die Temperatur der Babyohren Gedanken macht; die junge Mutter, die aus einem Bauchgefühl und eigenen Erfahrungen heraus vielleicht eine Idee äußert, wie man in der oder der Situation sinnvoller handeln könnte. All diese Menschen meine ich gar nicht. Sicher, auch von diesen Menschen ist man zur falschen Zeit am falschen Ort genervt. Wenn es nun nicht die erste alte Dame, der erste alte Herr oder die 5. junge Mutter an diesem Tag ist. Aber eigentlich sind sie alle lieb und freundlich und besorgt. Zum Kochen und Schnauben bringen mich einfach diese frechten, dreisten Leute, die meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen und somit den omnipräsenten Überblick zu haben!

Ratschlag aus der Hölle oder von oben herab

Menschen, die frech und unverschämt meinen, weil sie ein gewisses Alter und somit gleichzeitig Weisheit erlangt haben, sind da die schlimmsten Zeitgenossen. Und da muss ich auch sagen, dass Männer um Längen dreister sind als Frauen. Gerne wird ein „Kindchen“ oder „Werden Sie mal so alt wie ich“ zur Beschwichtigung eingefügt, was es NOCH SCHLIMMER MACHT! Ich bin kein Kindchen, schon gar nicht seins/ihres und wenn ich mal so alt werde, so erschießt mich, wenn ich mich so unhöflich und unangenehm in Dinge einmische, die mich überhaupt nichts angehen. Nein, mein Kind darf jetzt eben keine Schokolade haben, auch wenn es sich im Supermarkt wie ein tasmanischer Teufel aufführt. Nein, mein Kind darf nicht „selbst bestimmen“, wenn es um Sicherheit und Straßenverkehr geht. Und nein, mein Kind ist kein „armes Mädchen“, wenn es auf Mama oder Papa in dieser und jener Situation hören muss. Niemand kennt doch bei sowas die Hintergründe. Das eine Kind ist berühmt dafür, dass es regelmäßig Wutanfälle an Supermarktkassen hat, das andere Kind berüchtigt für sein Auf-die-Straße-Gerenne-ohne-zu-gucken. Aber du, fremder frecher Mensch, du weißt das eben nicht. Weil du FREMD bist!

Hier rein und da raus geht leider nicht immer

Klar, an guten Tagen kann ich diese Art „Ratschlag“ einfach ignorieren und werde nicht zur bösen Furie, die für Außenstehende einen armen, alten Herren anbrüllt. An guten Tagen lächele ich abwesend und mache mein Ding weiter. Aber an schlechten Tagen geht mir das wirklich unfassbar auf den mütterlichen Keks. Weil ich nicht verstehe, wie man auf diese unverschämte Art und Weise meint, in fremde Leben eingreifen zu müssen. Da will ich dann keinen doofen Ratschlag; da will ich einfach nur, dass sich der feine Herr und die nette Dame ihre bissigen und unnötigen Kommentare an den fremden Hut tackern und einfach weitergehen. DAS hat für mich nämlich auch was mit Erziehung und „guter Kinderstube“ zu tun. Zu wissen, wann einen etwas angeht und wann nicht. Und ja, da bin ich empfindlich. Weil es eben so oft passiert. Zu oft. Und dann überlege ich schon, nächstes Mal den Spieß rumzudrehen und zu sagen „Ihre arme Frau, muss die jetzt den ganzen Scheiß alleine vom Rewe nach Hause tragen?“ oder „Ist das Bier um diese Zeit nicht etwas früh?“. HA! Ich kann das nämlich auch! Und sogar besser! Also fordert mich besser nicht heraus!

 

 

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Wer ist schlimmer als eine Mutter? Eine Großmutter!

Über uns Mütter wird ja oft geschmunzelt und getuschelt. Wir sind schnell Übermütter, Helikopter-Mütter, Gluckenmütter oder Drama-Mamas. Es wird gesagt, dass wir nur unsere eigene Brut im Auge haben und zu viel verwöhnen, verhätscheln und betüddeln. Die Welt zittert von der Mutter, die ihr Kind beschützen oder bespaßen will. Aber die wahren Übeltäterinnen auf Spielplätzen, in Freizeitparks oder Eisdielen sind gar nicht wir Mütter – es sind die Mütter der Mütter! Die schlimmste Sorte der Glucke ist: DIE GROßMUTTER!

Großmutter Tyrannomasaurus
Quelle: pixabay.de

Wenn eine Mutter wie eine Löwin ist, welches Tier ist dann Oma?

Eine Mutter würde alles für ihr Kind tun. Aber eine Großmutter würde für ihre Enkel über Leichen gehen. Wo Mamas kleine Wirbelwinde im Kampf um das Recht ihres Nachwuchses sind, sind Großmütter wahre Tornados. So oft war ich regelrecht erschrocken über die Art und Weise, wie die eigentlich lieb und freundlich scheinende Omi zum Tier wird, wenn es um ihre Enkeltochter oder um ihren Enkelsohn geht. Wenn Mama die Löwin ist, ist Oma der Tyrannosaurus Rex! Knallhart, zielsicher und auf einer klaren Mission: Dem Enkelkind den perfekten Tag zu bescheren!

Tyrannomasaurus Rex und seine Methoden

Auf dem Spielplatz beobachtete ich mal aus der Ferne, wie meine damals sechsjährige Tochter mit ihren Freunden auf einem Spielgerät turnte. Ein Tyrannomasaurus näherte sich der vergnügten Gruppe und fuchtelte wild gestikulierend mit seinen Armen und redete auf die fremden Kinder ein. Ich selbst hielt mich mit dem schaukelnden Mäuschen zurück, weil eine liebende Großmutter ja nicht der Feind sein kann und meine Große redegewandt genug ist, um klarzukommen. Reden schwang die Maus auch, aber mit der Folge, dass der fremde Tyrannomasaurus sie einfach kurzerhand vom Spielgerät hob! Später erklärte mir die Maus, dass Omis Enkeldinos nach Hause gehen mussten und JETZT SOFORT auf dieses Spielgerät wollten. Sie hatte Tyrannomasaurus todesmutig erklärt, dass sie selbst ja aber auch lange darauf warten musste und jetzt erstmal sie mit ihren Freundinnen dran wäre. Daraufhin hob die erzürnte Dame sie einfach herunter, denn ein Tyrannomasaurier versteht da keinen Spaß!

Großmutter Rex im Freizeitpark-Stress

Noch erbarmungsloser als auf dem Spielplatz ist Tyrannomi aber in Freizeitparks. Längst vorbei sind nämlich die Zeiten, in denen Oma mit ihren Enkeln nicht die Nachbarschaft oder gar den heimischen Garten verließ. Ihr Revier ist heute auf all das ausgedehnt, was dem Nach-Nachwuchs Freude bereiten könnte. So kam es schon vor, dass ich selbst mit Mann und Mäusen brav und sittsam eine kleine Ewigkeit an einem Fahrgeschäft mit Viersitzer-Wagen wartete und Zeuge wurde, wie Tyrannomi superdreist und wie selbstverständlich forderte, dass ihre beiden Enkel je alleine mit einem Wagen fahren sollten, „weil wir ja gleich nach Hause fahren und die beiden das so gerne wollen“. Selbstverständlich. Ein Wortgemenge der feinsten Sorte mit verständnislosen Wartenden brach los und Tyrannomalein zeigte bösartig allen die haarigen Zähne!

Nonchalant und frech Deluxe

Jetzt sind weder meine Kinder noch ich verständnislose Monster, die man nicht mit freundlicher Höflichkeit leicht um den Finger wickeln könnte. Mit einem „Es wäre so lieb, wenn…“ oder einem „Ist es vielleicht möglich, dass…?“ wären solche Aktionen ganz ohne körperliche Überschreitungen oder zickige Streitereien zu klären gewesen. Aber diese besondere Sorte Omasaurier hat das nicht drauf. Es geht nur superfrech und so gar nicht ladylike. Aber wisst ihr was? Ich bin zwar immer kurz entsetzt und sehr genervt, wenn ich auf diese Gattung treffe und mich mit ihr rumärgern muss – aber letztendlich muss ich doch schmunzeln. Denn durch all das Gefuchtel, Zähnegezeige und Gezicke scheint doch eins am Ende ganz klar und deutlich durch: Eine Oma, die voller Liebe und (etwas zu viel) Enthusiasmus ihren Enkelchen die Sterne vom Himmel holen möchte. Koste es, was es wolle! Und so kann ich das dann alles ganz schnell vergessen und verzeihen.

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Vielen Dank an alle Erzieherinnen und Erzieher! Ihr seid die Besten!

Noch eine Woche und dann sind drei Wochen Kindergarten-Ferien. Dann dürfen die Erzieher und Erzieherinnen endlich in ihren wohlverdienten Sommerurlaub starten. Noch eine Woche sind sie für das Mäuschen da und auch die Maus darf als Besuchskind zu ihren geliebten ErzieherInnen zurück. Noch eine Woche, dann ist das aktuelle Kindergartenjahr vorbei. Deswegen habe ich meinen Blog hervorgekramt, den Staub heruntergepustet und auf „Beitrag erstellen“ gedrückt!

Erzieher Danke
Quelle: pixabay.de

Danke an euch alle!

Wer mir auf Snapchat und Twitter folgt, weiß, dass ich in den letzten Wochen und Monaten viel im Kindergarten mitgeholfen habe, oft als Freiwillige backte, Salate machte, auf- und abbaute und an vielen wichtigen Festen teilnahm. Ich durfte mit den neuen Erstklässlern im Kindergarten übernachten und ich feierte mit den Erziehern und Erzieherinnen ein Grilllfest. Ich sah beim Sommerfest die leuchtenden Augen meiner Kinder und erlebte, wie eng alle miteinander zusammen ihren Alltag gestalteten. Und ich will ein fettes, lautes und von Herzen kommendes DANKE an all unsere ErzieherInnen raushauen. An alle Erzieherinnen und Erzieher, die wieder ein Jahr lang unsere Kinder mitbegleitet haben, ihnen Dinge beibrachten, mit ihnen lachten und sie trösteten. Ihr seid die Besten!

Eltern meckern zu viel, oder?

Natürlich gibt es hin und wieder Momente, in denen man sich als Mutter oder Vater aufregt.
Wenn man das eigene Kind abholt und es nicht die Jacke oder Mütze anhat, die man ihm selbst angezogen hätte. Wenn man glaubt, dass die Wetter- oder Temperaturenlage falsch eingeschätzt wurde.
Wenn man das braune Matschwasser aus dem Gummistiefel wie aus einer übervollen Vase schütten kann.
Wenn nur noch ein Schuh da ist. Wenn das Loch im neuen Kleid größer als der Halsauschnitt ist.
Wenn die Klamotten im ganzen Kinderhaus verteilt und durch Matsch kaum noch zu erkennen sind.
Und manchmal hat man dann sowieso einen miesen Tag und meckert deswegen die falschen Menschen an. Wir Eltern sind oft anstrengend, oder? Aber durch die letzten Wochen und Monate lernte ich viel Internes kennen. Merkte, wie viel Herzblut und Arbeit dahintersteckt, wenn man sich um über 60 Kinder kümmern muss.

Kümmern und liebhaben, unterstützen und wachsen lassen

Liebe Erzieher und Erzieherinnen, es ist eine unglaubliche Arbeit, die ihr da leistet. Ihr tröstet und muntert auf, ihr begleitet und beschützt, ihr helft und lasst sie selbstständig sein, ihr spornt an, füttert sie mit Ideen und stärkt ihr Selbstbewusstsein, ihr ermutigt sie, ihrer Kreativität, ihrem Wissendurst und ihrer Neugier freien Lauf zu lassen. Ihr seid immer da. Wenn es euch selbst nicht so gut geht, schluckt ihr das unter. Wenn ihr selbst müde und traurig seid, lasst ihr das nicht an den Kindern aus. Ihr gebt wirklich alles für „eure“ Kinder. Und oft so viel mehr, als ihr müsstet. Ihr wollt immer mehr als 100%ig für unsere Kinder da sein und das merkt man in allem, was am Tag passiert. Wenn ich an Festen oder Feiern mithalf, kam immer jemand von euch zu mir und sprach über das Mäuschen, erzählte lustige Anekdoten oder lachte liebevoll über kleine Marotten. Fragte mich nach der Maus und interessierte sich für ihr erstes Schuljahr. Ihr hättet das nicht tun müssen. Aber ihr tatet es, weil es euch wichtig war, weil ihr gerne tut, was ihr tut und weil euch die Kinder wirklich am Herzen liegen.

Erzieher sind wirklich wichtig und wertvoll

Durch diverse Streiks und Tarifverhandlungen wurde das Berufsbild mal wieder aufs Neue diskutiert. Es wurde überlegt, was geleistet wird und was es wert sein sollte, ebendiese Leistung zu bringen. Viele waren genervt von den häufigen Schließtagen, bei vielen war das Verständnis aufgebraucht. Dabei ist es so wichtig, im Gespräch zu bleiben, hinter den Menschen zu stehen, die all das für unsere Kinder tun. Jeder sollte sich ab und zu mal die Zeit nehmen, um hinter die Kulissen zu blicken. In den paar Minuten beim Bringen und Abholen wird einem oft die ganze Tragweite dessen gar nicht klar, was die Männer und Frauen in Kindergärten und Kitas so leisten. Klar ist es ihr Job. Aber wir Eltern wissen doch, was das für ein Job ist. Wir Eltern sind oft an unseren Grenzen mit nur 1, 2, 3 oder 4 Kindern. Wir wissen, wie laut, anstrengend und kräftezehrend so ein Tag mit Kindern sein kann. Und auch wenn das ihr Job ist, sie dafür bezahlt werden und mehr oder weniger wussten, worauf sie sich einlassen – so sollten wir echt anerkennen, was da jeden Tag passiert. ICH jedenfalls habe unglaublichen Respekt davor!

Es müssen keine Geschenke sein, aber…

… wenn ihr zufrieden mit dem Kindergarten oder der Kita seid, in die ihr eure Kinder jeden Tag bringt, dann sagt das auch. Sagt einfach mal „Danke für alles“ an die Lieblingserzieherin oder den liebsten Erzieher eures Kindes. Menschen, die kleine Menschen so begleiten, sei es im Kindergarten oder in der Schule, sind es wert, dass man sie sieht und würdigt. Denn Butter bei die pädagogisch wertvollen Fische: Wer mal mit einem dutzend Bald-Erstklässern in einem Kindergarten übernachtet hat, der weiß wirklich, was das für eine Arbeit ist! Und ich bin unglaublich froh, dass es genug Menschen gibt, die diese Arbeit Tag für Tag machen. Freiwillig! Also seid lieb zu diesen Männern und Frauen und steht hinter ihnen, sonst haben sie irgendwann keine Lust mehr darauf und dann gucken wir alle ganz schön blöd aus der Wäsche!

 

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