Eltern und Kinder

1+1=3 – Interview mit zwei gewordenen Mamas

Vielleicht erinnern sich einige an mein Interview mit den beiden werdenden Mamas Nina und Stefanie, das ich im Mai ein paar Wochen vor der Geburt ihrer beiden Kinder mit ihnen führte. Wer möchte, kann es hier nachlesen. Die beiden Schätze kamen im Juni auf die Welt und bestimmen und bereichern seitdem den Alltag ihrer Eltern. Und ich bin nun gespannt, ob alles so war und wurde, wie die beiden sich das vorgestellt hatten oder ob es doch die ein oder andere Überraschung gab.

Viel ist seither passiert. Eben noch den positiven Test in den Händen mit all den daran geknüpften Ängsten, Erwartungen und Hoffnungen. Jetzt schon seit ein paar Monaten Mamas und mit Händen, Füßen und Herzen mit den beiden Wunschkindern beschäftigt. Lustig ist auch noch zu erwähnen, dass sich die beiden VOR der Geburt nur durch mich virtuell kannten, sich mittlerweile aber mit ihren Männern und Babys getroffen und besucht haben. Wirklich witzig und schön! Stefanie hat übrigens eine kleine Tochter bekommen, Nina einen kleinen Sohn. Hier also meine Fragen und ihre wunderschönen Antworten. Vielen Dank an die beiden!

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„Die erste Frage ist eine Herausforderung für euch: Wie war die Geburt? War sie, wie ihr sie euch vorgestellt habt?“

Nina: Wie habe ich mir die Geburt vorgestellt? Da ich ja nun 5 volle Tage im Krankenhaus Zeit hatte, mir die schlimmsten Dinge auszumalen bis es losging, hatte ich wirklich Angst. Ich habe mir die übelsten Dinge vorgestellt, inklusive Skalpell, Kaiserschnitt und viel Blut. Als es dann soweit war, hätte ich niemals für möglich gehalten, dass ein Körper solche unfassbaren Schmerzen empfinden kann, ABER es war nicht so dramatisch, wie ich es mir ausgemalt habe. Im Gegenteil, wir haben sogar streckenweise viel gelacht und Kreuzworträtsel gemacht 🙂 (Anm.: Nina wurde nach Übertragung eingeleitet, was leider länger dauerte, als ihr lieb war)

Stefanie: Schlimm, furchtbar, wunderschön, erschreckend, zusammenschweißend, anstrengend, lustig, schmerzhaft… Ich habe noch nie in meinem Leben innerhalb von 12 Stunden so viele verschiedene Gefühle durchlebt. Sie war genauso und überhaupt nicht wie ich sie mir vorgestellt habe. Oder habe ich die Vorstellung schlicht vergessen, weil ich die Realität erlebt habe?

„Wie war der Moment, in dem ihr euer Baby das erste Mal gesehen und im Arm gehalten habt?“

Nina: Ich habe vor der Geburt im Bekanntenkreis immer so viel von diesem Moment gehört, dass man es nicht in Worte fassen könne… Und genau so ist es auch. Man muss es einfach selbst erleben. In diesem Moment wusste ich nicht, schreie ich, lache ich, weine ich, ist der Schmerz vorbei, ist er noch da, ist das Glück, Liebe, Freude ? So viel Emotion auf einmal, dass man es fast nicht ertragen kann, im positiven Sinn natürlich.

Stefanie: Unbeschreiblich. Ich kann es wirklich nicht beschreiben. Ich habe noch nie so etwas wunderschönes gesehen und so viel Liebe gefühlt. Nicht nur ihr gegenüber, auch gegenüber meinem Mann. Dieses Erlebnis gemeinsam durchzustehen ist das Beste, was einer Partnerschaft passieren kann.

„Was hat sich für euch persönlich geändert, seit die Kleinen da sind?“

Nina: Wir sind nicht mehr nur ein Paar, sondern auch Eltern.

Stefanie: Alles!

„Wie hat sich euer Leben als Familie verändert?“

Nina: Gar nicht so sehr. Wir hatten schon die letzten sieben Jahre so unsere Einschränkungen durch den Hund. Nicht mehr ewig weggehen können, nicht einfach mal spontan über Nacht irgendwo bleiben, nicht sagen, dass man doch noch auf ein Getränk länger bleiben will. Es ist sich in diesem frühen Stadium sehr vieles sehr ähnlich (auch wenn viele den Vergleich nicht hören wollen). Wir hatten also schon gute Übung und sind als Team wirklich jetzt noch ein bißchen besser geworden, als wir es ohnehin schon die vergangenen 12 Jahre waren. Ich denke, wir lernen uns auf eine neue Art kennen und das ist nach einer so langen gemeinsamen Zeit sehr spannend und abenteuerlich.

Stefanie: Sehr! Es war schwierig für uns, uns dem neuen Leben anzupassen. Gebe ich ehrlich zu. Es gab auch Streit. Es ist nicht immer machbar, die Nerven zu behalten und den gut gemeinten Rat des Partners als solchen zu sehen. Manchmal, wenn die Kleine ihre allabendliche Kolikschreiphase hatte, fiel das ein oder andere bösere Wort, nur um Minuten später vor Glück zu heulen, weil sie soooo süß ist. Mittlerweile haben wir den Dreh raus und die Kleine ebenso. 🙂

„Was war so, wie ihr dachtet, was war komplett anders als erwartet?“

Nina: Im Grunde ist es genauso, wie ich es mir vorgestellt habe, allerdings habe ich die Wucht, mit der einen die Liebe immer mal so zwischendurch trifft, wirklich sehr unterschätzt.

Stefanie: Eigentlich hab ich mir alles in etwa so vorgestellt. Nur war alles viel intensiver. Mehr Schlafmangel als erwartet, weniger Nerven als erwartet, weniger Zeit für uns als erwartet. Aber trotz allem ist es gut so wie es ist. Nein, es ist perfekt so wie es ist.

„Worauf freut ihr euch am meisten in den nächsten Wochen und Monaten?“

Nina: Auf unser Leben. Ich freue mich auf und über unser Leben.

Stefanie: Auf das Leben als Familie mit einem Kind. Ihre Entwicklung, unsere Entwicklung. Nahziele sind die Beikosteinführung, das Sitzen und Krabbeln. Darauf freue ich mich sehr. Aber auf was freue ich mich nicht sehr 🙂

„Wovor habt ihr am meisten Respekt?“

Nina: Respekt habe ich sehr davor, dem kleinen Mann eine gute Erziehung zu bieten. Nicht zu viele Fehler zu machen und him zu helfen, ein anständiger junger Mann zu werden.

Stefanie: Weiterhin vor der Erziehung. Man zweifelt täglich, ob dies und das jetzt richtig war und ich rede mir mehrfach am Tag ein, dass ich sie noch nicht verwöhnen kann 🙂

 

 

 

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