Eltern und Kinder

1+1=3 – Interview mit zwei werdenden Mamas

Schwangerschaft, Geburt, erste Tage und Wochen nach der Entbindung… Die meisten von uns haben das schon durch – und doch fiebert man immer wieder mit Freunden und Verwandten mit, denen all diese Ereignisse noch bevorstehen! Bei mir ist es dieses Jahr besonders aufregend, einige Freundinnen, die mir sehr nahe stehen, haben ihr erstes Kind bekommen oder stehen kurz davor. Da werden all diese Gedanken und Gefühle wieder wach, die so nah und gleichzeitig doch schon so weit weg sind.

Nina und Stefanie haben nächsten Monat ihren großen Moment. Beide bekommen ihr erstes Kind! Ich habe diese wundervolle Zeit genutzt, um ihnen ein paar Fragen zu stellen, die sich um Wünsche, Vorstellungen und Hoffnungen drehen. Ein paar Wochen nach der Geburt möchte ich die beiden hier wieder interviewen und herausfinden, ob Vorstellung und Realität übereinstimmten oder nicht – und inwiefern es Überschneidungen gab. Beim Lesen ihrer Antworten musste ich so oft lächeln und seufzen. Auch wenn ich kein drittes Kind möchte, werde ich beim Wachrütteln dieser Erinnerungen doch ein wenig sentimental. Viel Spaß beim Lesen! Und vielen Dank an meine beiden Vögelinnen 😉

 

Was war es für ein Gefühl, als ihr den positiven Test in den Händen hieltet?

Stefanie: Unbeschreiblich. Dafür gibt es einfach keine Worte, wenn man so lange gehofft hat. Und vor allem unglaublich im wahrsten Sinne des Wortes. Man kann es nicht glauben.

Nina: Was für ein Gefühl? Definitiv, dass es nicht sein kann, weil der zweite Strich deutlich dünner als der erste war. Also konnte der Test ja nicht positiv sein. Dicht gefolgt von einem kleinen hystherischen Anfall, dass es dann doch jetzt so schnell geklappt haben und unser Wunsch in Erfüllung gehen sollte?!

 

Ihr seid beide jetzt kurz vor Ende der Schwangerschaft. Welche Gedanken habt ihr jetzt?

Stefanie:  Puuh. Viele. Wie wird sie aussehen, wird sie viel schreien, wird das Stillen klappen, werde ich ihr gerecht, schaffe ich es, meine vorher gesetzten Prinzipien umzusetzen oder werfe ich alles über den Haufen? Momentan beschäftigt mich aber am meisten die Geburt und das Drumherum. Wird es mein Mann schaffen, rechtzeitig da zu sein, falls es los geht und er nicht zuhause ist? Werden die Wehen erträglich sein? PDA oder nicht? Was, wenn es zu einem NotKS kommt (meine größte Horrorvorstellung und der SuperGAU!) Wie lange werde ich kämpfen, bis ich meine Süße in den Armen halte und vor allem: Wird es wirklich ein Mädchen? Klingt komisch, aber man hat sich eingerichtet, man hat natürlich doch rosalastig gekauft, man hat sich einfach drauf eingestellt. Und dann wäre es doch ein Bub? Momentan unvorstellbar, aber wahrscheinlich genauso geliebt!

Nina: Die Hauptgedanken drehen sich darum, ob der Hund mit dem Baby klarkommen wird. Wird er es akzeptieren? Und die Frage wann es losgeht. In unserer Gesellschaft ist alles zu planen, zu terminieren und zu beeinflussen, aber hier geht es um etwas, was die Natur ganz alleine in die Hand nimmt und dem man sich unterordnen und in Geduld üben muss. Das ist wirklich schwierig!

 

Hat sich etwas im Laufe der Schwangerschaft verändert?

Stefanie: Ja, schon. Am Anfang hab ich alles recht locker gesehen. Sprüche à la: „Ist noch keins drin geblieben“ usw. waren meins. Mittlerweile kommt die Nervosität und ich bin nicht mehr ganz so locker. Obwohl.. Die Kliniktasche ist immer noch nicht gepackt 😀 Die Ängste um das Kind werden größer. Was wenn jetzt noch was passiert?  Sobald ich sie ein paar Stunden mal nicht merke, dreht sich das Gedankenkarussel. Die Wünsche hingegen werden anspruchsloser, ich möchte einfach nur nach einer schnellen, schmerzarmen Geburt ein gesundes Kind in den Händen halten. Nichts mehr mit: „Locken wären süß, blond natürlich.. und große blaue Augen, kleine Pausbäckchen und bitte keine Babyakne“ Einfach ein gesundes Kind!

Nina: Die Vorfreude wird von Tag zu Tag größer. Ich denke, das ist die Hauptveränderung. Die Ängste waren schon mit dem positiven Test da und haben sich nicht sonderlich verbessert oder verschlimmert, aber die positive Ungeduld, die steigt täglich an. Unvorstellbar, wie das ein Herz aushalten soll, wenn es dann das langersehnte Wesen in Händen halten wird.

 

Worauf freut ihr euch am meisten nach der Geburt?

Stefanie: Auf das Kuscheln, das Familienleben, das Zusammenwachsen. Auf total überzogene Freude über jeden Pups und jedes Spuckebläschen vom Kind. Auf die mini-riesen Augen die einen total fasziniert und neugierig anschauen. Auf die Spaziergänge und die neugierigen Blicke der Menschen in den Kinderwagen…Ich könnte ewig so weitermachen 🙂

Nina: Auf Bier und Rauchsalami 😉

 

Wovor habt ihr am meisten Respekt?

Stefanie: Vor der Erziehung. Man kann so vieles falsch machen. Ein Rohdiamant, der geschliffen werden will und muss und man hat es noch nie gemacht. Man hat seine Werte und Vorstellungen, die man dem Kind vermitteln will. Laissez faire ist für mich ein Erziehungsstil, der eigentlich keiner ist und doch muss man ja auch „machen lassen“. Will nicht zu streng sein und auch nicht zu lasch. Sie soll Kind sein und trotzdem mit geschlossenem Mund kauen und höflich bitte und danke sagen können… Sehr schwierig, aber nicht unmöglich und ich hoffe das beste.

Nina: Davor, einem kleinen Menschlein den Weg durchs Leben zu erklären. Alles so richtig wie nur möglich zu machen und vor den Gefühlen, die einen da erwarten werden.

 

Was wünscht ihr euch für die ersten Wochen als kleine Familie?

Stefanie: Zeit. Zeit für uns. Zeit sich an die neue Situation zu gewöhnen. Zeit zum Kuscheln, zum Genießen. Gerade beim ersten Kind wird es, denke ich, eine sehr große Umstellung.

Nina: Zusammenhalt und Nähe, aber auch etwas Zeit für Ruhe und Entspannung.

 

Was glaubt ihr, wird sich am meisten verändern?

Stefanie: Der Alltag im Allgemeinen. Alles muss mehr geplant werden. Man kann nicht mal eben abends um 21 Uhr gemeinsam zum Döner, weil man da gerade Bock drauf hat oder das kurzfristige Grillen bei Papa im Garten, wenn die Kleine schon den ganzen Tag wegen Koliken schreit (können schon, aber Bock dann wahrscheinlich gleich Null :D)

Nina: Alles und nichts. Es wird vermutlich der größte Einschnitt und die größte Veränderung unseres Lebens. Größer, als wir uns jetzt ausmalen können. Aber es wird sich sicher auch nichts verändern. Wir werden plötzlich einen Menschen mehr in unserem Haus haben, müssen aber dennoch einen Weg finden nicht nur Eltern zu werden, sondern auch Ehepaar zu bleiben.

 

4 Gedanken zu „1+1=3 – Interview mit zwei werdenden Mamas

  1. Eine wirklich schöne Idee. Und man sieht auch hier, wie unterschiedlich sich die beiden Interviewten teilweise sind, dann aber auch wieder sehr ähnlich. Ich bin gespannt, wie sie die Zeit nach der Geburt beschreiben!
    Lieben Gruß, Wiebke

    1. Hallo Wiebke!

      Ich bin auch sehr gespannt darauf, hoffentlich finden wir dann auch Zeit und Nerven dafür 🙂

      Liebste Grummelgrüße!

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