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Bloggers Weihnacht: Das 4. Türchen bei Tafjora

indexHeute ist der 4. Dezember und Maus und Mäuschen haben heute früh die vierte Tür ihres Adventskalender geöffnet. Wenn man sich konzentriert, kann man Weihnachten schon riechen! Die liebe Tanja von Tafjora hat dieses Jahr ein ganz tolles Adventskalender-Bloggen ins Leben gerufen und ich freue mich total, dass ich mitmachen durfte! In ihrem virtuellen Kalender geht es natürlich um Weihnachten und um die Bräuche, Gedanken und Traditionen von 24 Bloggern, die neben ihren Erzählungen über ihr ganz spezielles Fest auch immer eine kleinen Überraschung mitbringen.

Heute ist mein Türchen an der Reihe. Wie ich Weihnachten verbringe, was es für mich und meine Familie bedeutet und was mir daran wichtig ist, könnt ihr hier bei Tafjora nachlesen und am besten noch etwas in ihrem tollen Blog stöbern! Lohnt sich wirklich! Und als besondere Überraschung habe ich, da ich Kurzgeschichten schreibe und hin und wieder veröffentliche, exklusiv für euch eine kleine Weihnachtsgeschichte zum Thema „Kinder und ihr Glauben an Weihnachten“ geschrieben. Ich hoffe, sie gefällt euch – und ich wünsche euch eine wundervolle Vorweihnachtszeit und tolle Weihnachten mit euren Liebsten!

 

Emis Weihnachtswunder

    „Du bist doch total blöd, jeder weiß, dass es das Christkind nicht gibt!“, rief ein großer, dünner Junge Emi hinterher, als sie am Tag vor den Weihnachtsferien aus dem Schulhaus über den Pausenhof lief. Das war Marvin aus ihrer Klasse, vor der sie gerade ihr Referat über Weihnachten, den Heiligen Abend und das Christkind gehalten hatte. Alle Kinder hatten gekichert und gelacht und Marvin und Paul, die beiden größten „Knallköppe“, wie ihre Mutter immer zu sagen pflegte, hatten am lautesten gelacht. Nun war Emi traurig und wütend und konnte nicht verstehen, warum außer ihr alle dieses Gefühl für die Weihnachtszeit verloren hatten.

    Zu Hause angekommen schloss sie sich weinend in ihrem Zimmer ein. War sie mit ihren 8 Jahren wirklich schon zu alt für all das? War sie „besonders doof und kindisch“, wie Paul gesagt hatte? Es klopfte und ihre Großmutter fragte durch die verschlossene Tür, warum sie denn weine. Emi öffnete die Tür und ließ sich wieder zurück auf ihr Bett zwischen ihre Stofftiere und Kissen sinken. Wort für Wort erzählte sie ihrer Oma, was in der Schule geschehen war.
„Emi, lass die anderen Kinder doch reden. Ich weiß, dass das leichter gesagt als getan ist, aber du weißt so viel mehr als Marvin, Paul und die anderen Kinder. DU weißt nämlich in deinem Herzen, was Weihnachten bedeutet.“, flüsterte ihre Oma, während sie Emilia sanft über den Rücken strich.
„Aber was ist, wenn die alle Recht haben? Was, wenn das Christkind nur eine Legende ist? Eine Erfindung für kleine Kinder?“, schluchzte Emi in ihre Kissen.
„Aber was ist, wenn es nicht so ist und du den Glauben daran verlierst? Was passiert dann mit Weihnachten?“, gab die alte, nach Kuchen und Keksen duftende Dame mit ernstem Stirnrunzeln zu bedenken, während sie leise die Tür hinter sich schloss.

    Am Morgen des 24.12. wachte Emi mit einem merkwürdigen Gefühl im Magen auf. Es hatte tatsächlich in der Nacht geschneit und ihr Garten und die Straßen vor dem Haus sahen wunderschön und gleichzeitig so kitschig wie in einem der zahllosen Weihnachtsfilme aus, die das Fernsehen hoch- und runterspielte. Alles und jeder schien mit Weihnachten beschäftigt zu sein. Aber niemand hatte diese Zeit mehr wirklich im Herzen. Emi war sich nicht sicher, was sie denken und glauben sollte. Immer wieder hallten die hämischen Worte ihrer Klassenkameraden in ihrem Kopf nach.

    Der Tag verging ohne besondere Vorkommnisse. Sie half ihrer Mutter, ihrem Vater und ihrer Großmutter beim Decken, Dekorieren und Schnibbeln fürs Abendessen. Am späten Nachmittag ruhten sich alle eine Weile aus und Emi spielte in ihrem Zimmer. Sonst war sie um diese Uhrzeit immer schon schrecklich aufgeregt und neugierig auf alles, was abends im warmen, von Kerzenlicht erfüllten Wohnzimmer passieren würde. Ihre Onkels und Tanten würden kommen und alle würden zusammen singen und essen und einfach zusammen sein. Und natürlich war sie immer unglaublich gespannt auf die Geschenke! Diesmal war alles anders. Sie grübelte noch immer über alles nach, was die Kinder ihr vor den Ferien mit auf den Weg gegeben hatten.

                  „Du blödes Kleinkind, glaubst du echt noch an den ganzen Mist?“

                 „Haha, die Emi ist ein Baby, die glaubt noch ans Christkind!“

                „Das Christkind gibt es doch nur im Fernsehen!“

    Dabei hatte sie sich für ihr Referat über den Heiligen Abend und die Weihnachtsfeiertage besondere Mühe gegeben. Traurig blickte sie in den Schnee im Garten und hörte Weihnachtsmusik. Da, ganz plötzlich, sah sie etwas. Zuerst dachte sie, ihre Augen würden ihr wegen all des Schnees und der Lichter der anderen Häuser einen Streich spielen, aber dann sah sie es immer deutlicher: Eine helle, sich bewegende Gestalt war über der Straße zu sehen. Emi fürchtete sich, konnte sich aber nicht bewegen und wartete. Die Gestalt kam näher. Sie war nicht deutlich zu erkennen, sie hatte verschwommene Umrisse aus Licht, schwer zu fassen, schwer zu beschreiben – aber Emi konnte sehen, wie sie sich bewegte. Sie schien zu schweben und die Schneeflocken um die Gestalt stoben auseinander, als würden sie Platz machen und einen Weg freigeben.
„Das Christkind…“, flüsterte Emi ehrfurchtsvoll. Die Gestalt verschwand.
„Siehst du, Kind? Du kennst die Weihnachtsgeschichte. Du weißt um Josef, Maria und den kleinen Jesus in jener Nacht. Und du weißt, um was es an Weihnachten wirklich geht. Ich weiß, dass es nicht leicht ist als Kind. Ich weiß, dass andere Kinder grausam und gemein sein können, aber lass dir niemals Weihnachten aus dem Herzen nehmen.“, sagte neben ihr die Stimme ihrer Großmutter. Emi erschrak, sie hatte die alte Dame nicht kommen gehört.
„Hast du es auch gesehen, Oma?“, fragte sie aufgeregt.
„Ja. Gerade eben. Und viele, viele Male vorher, seit ich ein kleines Mädchen war. Mein Großvater sagte mir damals, dass nur wenige Kinder Weihnachten fest genug im Herzen tragen, um das Glück zu haben, hin und wieder einen Blick auf das Christkind werfen zu dürfen. Nun gehörst du auch dazu, mein Herz.“, sagte die alte Dame, während sie einen Arm um ihre Enkelin legte und mit ihr zusammen den tanzenden Schneeflocken zusah.

    Dieser Heilige Abend und die beide Feiertage danach waren das wunderbarste und zauberhafteste Weihnachten, das Emi je erlebt hatte. Und als sie nach den Ferien wieder in die Schule ging, hatte sie nicht nur Weihnachten im Herzen, sie hatte auch die Selbstsicherheit zurückgewonnen, sich für lange, lange Zeit nichts mehr ausreden zu lassen, was ihr wirklich etwas bedeutete.

    Und das, große und kleine Leser, ist doch irgendwie auch etwas, was uns Weihnachten lehren soll.

3 Gedanken zu „Bloggers Weihnacht: Das 4. Türchen bei Tafjora

  1. Eine wunderschöne Geschichte! Vielen Dank für’s einstellen.
    Meine achtjährige Tochter glaubt auch noch an den Weihnachtsmann. Für sie ist das ganz klar. 🙂

    …ich habe auf meinem Blog auch gerade eine selbstgeschriebenes Geschichte gepostet. Es ist der erste Teil – die drei anderen folgen an den jeweiligen Adventssonntagen.

    Ich wünsche noch eine schöne, gemütliche Adventszeit!
    Liebe Grüße,
    Sarah

    1. Liebe Sarah! Danke für deinen Kommentar – deine Geschichte gefällt mir super, bin auf den nächsten Teil gespannt! Ich wünsche euch auch eine tolle Vorweihnachtszeit <3

  2. Ist das schön. Könnte in nem Buch stehen. Ich werde Türchen Nummer 17 sein. 🙂

    Ich habe bei mir übrigen ne Blogparade zum Thema „Bloggen, die Bloggerszene und der Umgang mit Bloggern“ gestartet. Vielleicht haste dazu auch ne Meinung. Würde mich freuen. Lg, Dajana

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