Eltern und Kinder

Das Kind beim Namen nennen? Mag ich nicht.

Das Elternhandbuch fragte zuletzt in einem Blogpost, warum so viele Elternblogger ihre Kinder eigentlich nur mit Kosenamen benennen und auf den richtigen Namen verzichten. Von langweiligsten bis hin zu kreativsten Bezeichungen für die lieben Kleinen ist alles dabei in der MuddiVaddi-Blogszene und das ist wohl wahr. Auch ich schreibe ja über Maus und Mäuschen und auch wenn ihr jetzt überrascht seid: Das sind nicht die echten Namen der Mädels! (Denkt euch hier das entgeisterte Smiley. Oder das, das die Augen so geschockt aufreißt.)

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© Pixabay

Warum ist das so? Viele der Mütter mit anonymen Kindernamen sagen, es ginge ihnen um das Persönlichkeitsrecht der Kinder. Darum, dass sie nicht googlebar sind. Naja, sicher sind sie das nicht, aber da man als Blogger im Impressum schon ziemlich klar kennzeichnen muss, wer man ist, wird es später sicher ein Leichtes für kecke Klassenkollegen, die mehr oder weniger spaßigen Blogeinträge von Mamilein zu finden und diese dementsprechend zu nutzen. Irgendwie wissen wir das ja auch. Aber dennoch… Für mich war das von Anfang an gar keine Frage. Selbst auf meiner privaten Facebook-Seite vermeide ich es, die Namen zu posten. Einfach, weil ich es nicht mag. Es ist mir unangenehm. Es geht niemanden etwas an, den es nichts angeht. Klingt doof? Unlogisch? Beknackt? Wie soll ich es deutlicher sagen: Überall ist man mit Menschen „befreundet“, die man eigentlich gar nicht kennt. Nicht wirklich. Nicht im echten, zwischenmenschlichen, im offlinetechnischen Sinn. Und diese Menschen brauchen die echten Namen meiner Kinder nicht zu wissen. So wie diejenigen, die uns eben wirklich kennen, sie ja sowieso wissen und nicht die ständige Posterei brauchen.

Naja, alle Erklärungsversuche und Rechtfertigungen sind auch irgendwie nur so semi-sinnvoll und haltbar. Fakt ist: Ich mag es einfach nicht. Ich mag keine Bilder von ihnen posten und ich mag ihre echten Namen nicht nennen. Irgendwie geht das einfach niemanden etwas an. Auch wenn ich mich wiederhole. Und auch wenn viele die Tatsache, wann wer wie oft gezickt, geheult, nicht durchgeschlafen, neben das Töpfchen gepullert oder einen Trotzanfall gehabt hat, viel persönlicher finden als den Vornamen an sich, widerstrebt es mir total. Jedes Kind zickt, heult, schläft nicht durch, pullert neben das Töpfchen oder kriegt Trotzanfälle. Und jede Mutter ist ab und an am Punkt des Sich-auskotzen-müssens angekommen. Die einen reden darüber. Die anderen bloggen. Aber nicht jedes Kind heißt PIEP oder PIEEEP. Genau. Und aus dem Grund werden die echten Namen nicht genannt. Ich mag auch keine Namens-Ketten. Oder Auto-Namens-Aufkleber. Und wenn ich mir Namens-Tattoos stechen ließe, dann höchstens in elbischen Runen oder so…

Vielleicht ist es ja auch so: Solange ich über die beiden Kinder Maus und Mäuschen schreibe und nicht über PIEP und PIEEEP ist all das hier eher fiktiv als real. Vielleicht bin ich ja gar keine Mutter mit zwei Töchtern. Vielleicht bin ich ein 18 Jahre alter Schwede mit Dreadlocks und getunnelten Ohren, der einfach Bock auf das Experiment Muddiblog hatte. Vielleicht ist das genau die Geschichte, die ich meinen Kindern später mal auftischen will, falls sie je ernsthaft Probleme mit diesem Blog haben sollten. Und vielleicht bin ich ja auch gar nicht Katja, sondern Manu… Nein! Das tue ich euch jetzt nicht an. Ich denke, ihr wisst schon, was ich meine. Und manche von euch können ja vielleicht sogar den tieferen Sinn hinter meinen Ausführungen verstehen.

3 Gedanken zu „Das Kind beim Namen nennen? Mag ich nicht.

  1. Hallo Grummelmamma, ich kann dich absolut verstehen und halte es genauso. Die Namen werden nicht genannt, und wenn schon Fotos, dann so, dass die Gesichter nicht erkenntlich sind. Mit den Pseudonym-Namen müsst ich mir vielleicht mal überlegen…

    Beste Grüße
    DaddyD

  2. Auch wenn unsere Tochter noch nicht auf der Welt ist, habe ich mir natürlich auch schon darüber Gedanken gemacht, inwieweit ihr Name in meinem Blog auftauchen wird – nämlich gar nicht. Und genau wie du bin an der Sache mit dem Impressum hängen geblieben. Heißt: Jeder mit ein wenig Antrieb kann rausfinden, wer ich bin, wer meine Frau ist und wer meine Kinder sind. Soweit klar.
    Ein Blog ist für mich eher sowas wie eine zweite, parallele Welt, die sich mit der „normalen“ Welt nicht vermischen sollte. Und ein Name des Kindes würde beide Welten miteinander verschmelzen lassen.

    1. Das hast du perfekt ausgedrückt. So sehe ich das auch. Die zwei Welten miteinander verschmelzen zu lassen, darauf steh ich irgendwie nicht.

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