Eltern und Kinder

Die Albernheit des Seins – Kinderhumor macht mich fertig

Wenn man glaubt, dass es kaum etwas Alberneres oder Unlustigeres als Fünfjährige gibt, dann hat man noch keine Sechsjährigen, und ich befürchte, auch noch keine Siebenjährigen erlebt! Damals, als ich noch jung und voller Hoffnung und der Gedanke an Kinder noch in weiter Ferne war, und wenn überhaupt nur als zarte, tief in mir keimende Idee in Form eines süßen, schlafenden Säuglings existierte, da waren es genau solche Kinder, die in mir ein „Ach du, nö, lieber nicht“ hervorriefen. Diese albernen, doofen, nicht nachvollziehbaren Witze reißenden, lauten, kichernden, blöde Worte lustig findenden Gesellen, die Kindergärten und Grundschulen heimsuchten. Ich fand sie nicht witzig. Süß waren sie irgendwie auch nicht mehr. Und charmant schon gar nicht. Und als ich dann selbst ein Baby und später ein Kleinkind und ein Baby hatte, dachte ich immer, dass man seine eigenen Kinder sicher nicht so schlimm finden würde…

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Quelle: pixabay.de

Schlimmer geht immer!

Wie habe ich mich doch getäuscht! Die eigenen Zwerge in diesem Alter sind ja noch viel schlimmer! Warum? Weil all das, was einen so an anderen Kindern genervt hat,  ja nur eine homöopathische Dosis dessen war, was man jetzt Tag für Tag, Stunde um Stunde um die Ohren geschlagen kriegt! Wenn die Phase startet, lacht man noch mit. Findet es lustig, weil das Kind plötzlich die Albernheit in Person ist. Die Maus war schon einmal so „lustig“. Mit Anfang 5. Danach legte sich das aber wieder und sie war nur mit ihren Freundinnen zusammen außer Rand und Band. Nächste Woche wird sie 7 und seit etwa 2 Wochen ist sie schon wieder wie ausgewechselt! Ich war immer super happy, dass ich mit ihr so toll reden konnte, echte Gespräche und so. Mama-Tochter-Dinger. Seit 2 Wochen ist das kaum noch möglich. SIE IST NUR NOCH AM BLÖDELN! Sie macht seltsame Bewegungen zu seltsamen Geräuschen, lacht sich darüber tot und sagt dann sowas wie „Guck, ich so eben…“ und tut und sagt wieder exakt dasselbe wie vor einer Sekunde! Oh Wunder gewinnt das natürlich durch mehrfache Wiederholungen keineswegs an Witz… Ich sage dann so Sätze wie „Ich war doch dabei! Vor genau einer Sekunde! Du musst mir das nicht erzählen!“ und hoffe, dass ich das nicht schon wieder hören muss!

Gestatten: Kacka Pupspo

Zeitgleich hat das Mäuschen mit seinen 3 Jahren und 7 Monaten gerade die „Kacka, Pupspo“-Phase mit aus dem Kindergarten gebracht. Die sprüht ebenso vor Witz und Fun, nur ist der Bonus von Dreijährigen eben… Naja, dass sie eben erst drei und somit noch sehr niedlich sind. Beide Phasen zeitgleich geben eine hochinteressante Mischung mit Hirnausdenohrenlauf-Garantie vom Allerfeinsten! Ganz ehrlich, ich kann damit echt schlecht umgehen. Meist sehe ich Väter, die viel besser auf den Hööhöö-Guck-ich-so-eben-Kacka-Pupspo-Zug aufspringen können als die Mütter. Wahrscheinlich, weil in fast jedem Mann eine superalberne Mischung aus Drei- und Sechsjährigen schlummert, die nur zu gerne geweckt wird, um mit beiden Füßen mitteinrein zu hüpfen. Und sicher gibt es auch viele Mamas, die mir widersprechen und sagen werden, dass sie diese neue Phase der Kinder wirklich niedlich und zum Schreien unterhaltsam finden. Die beneide ich wirklich! Denn ich bin manchmal SO genervt, dass ich nicht mal mehr so tun kann, als würde ich das spaßig finden und so gemeine Dinge wie „Heb dir das für deine albernen Freundinnen auf, die haben denselben merkwürdigen Humor“ sage. Und wenn die Kinder dann im Bett liegen und tief und fest schlafen, tut mir das, natürlich spätestens dann, super mega dolle leid und ich nehme mir fest vor, am nächsten Tag auch so ein Vater wie die oben beschriebenen zu sein, selbst wenn ich nur eine Mutter bin.

Der Witz längst vergangener Zeiten…

Doch dann, am nächsten Mittag, wenn die Ulknudel aus der Schule kommt und mir ihre ersten merkwürdigen Geschichten mit noch merkwürdigeren Geräuschen gespickt serviert, ist es mit diesem Vorhaben auch schon wieder vorbei… Ich meine, sicher freue ich mich, dass sie scheinbar in ihrer verdrehten Wackelzahn-Pubertäts-Welt echt Spaß zu haben scheint, nur leider habe ich da als humorlose Grummelmama keinen Eintritt. Das Mäuschen ist natürlich hin und weg und bestes Publikum ever, ever, ever! Unter Tränengelache und Gejubel und mit einem zeitlich perfekt gesetzten „Kacka-Pupspo“ feiert die kleine Schwester die Große vor allem beim gemeinsamen Abendessen wie einen Star. Darüber muss ich dann doch lachen, so absurd ist dieser Kinderhumor, der bei allen super anzukommen scheint, der die magische Marke der zweistelligen Jahreszahlen noch nicht durchbrochen hat. Und irgendwie ist das doch schade, denn, selbst wenn ich so oft am Tag denke, dass ICH nie so doofseltsamalbern war, war ich es eben wohl doch. So munkelt man. Und eigentlich muss das doch eine echt schöne Zeit gewesen sein, in der man einfach über alles so easy lachen und aus allem eine witzige Geschichte machen konnte. Um das wieder so zu erleben, brauchen die meisten Erwachsenen ein paar tiefe Züge noch nicht freigegebener Drogen oder einen Schnaps über den Durst – und das ist, mit Hinblick auf den Tag danach, die ganze Sache dann irgendwie doch nicht wert…

Wie geht’s euch damit? Witzig oder grauselig? Seid ihr so spaßbremsig wie ich oder frühstückt ihr täglich Clowns, um mithalten zu können?

12 Gedanken zu „Die Albernheit des Seins – Kinderhumor macht mich fertig

  1. Ich bin mal gespannt was da so kommt. Den 3.5 jährigen finde ich jedenfalls in den meisten Fällen witzig. Ich glaube tatsächlich hinreichend albern zu sein, um das durchzustehen. Wir sprechen uns in 2.5 Jahren 😉

  2. Ich fühle mit dir.
    Hier sind sie 6, fast 5 und fast 2. Und eigentlich sind sie nur dann witzig, wenn sie a) sich gegenseitig so feiern, wie du es beschreibst, b) der Papa völlig locker drauf einsteigt und auch noch Spaß hat c) die einjährige die Jungs nachmacht

    Ich „freu“ mich schon auf die FritzchenWitze-Phase. Total.

    1. Oh Gott… Die Fritzchenwitze-Phase! Du machst mir ja Mut, die hab ich ganz vergessen – und an die kann ich mich bei mir selbst erinnern! Muss dringend meine Mutter fragen, WIE lustig ich damals war -.-

  3. Herrlich, mir wird es später genauso gehen wie dir. Kinder zwischen drei und zehn Jahren sind mir im Allgemeinen nicht ganz geheuer. Aber ich setze darauf, dass ich mit meinem Kind ja langsam und gemächlich in diese Phase reinrutschen werde. Da wird es hoffentlich nicht ganz so schlimm. Und manchmal kann Kinderhumor ja auch wirklich lustig sein,

    1. Jaja, dann rutsch du mal schön 😉 Das passiert nämlich NIE von jetzt auf gleich *hust*. Ich hoffe ja, dass es schnell vorbei geht und das Kind wieder zu seiner alten Coolness zurückfindet! Bitte! Und ja, manchmal kann er auch lustig sein, der Humor. Manchmal. Man selbst ist ja auch nicht IMMER witzig! 😀

  4. Ich habe auch so ein Exemplar zu Hause 🙂 Und dann lacht er immer noch so extrem laut dazu. Aber am schlimmsten finde ich die ständigen Wiederholungen… Mama weißt du noch… JA, weiß ich noch. ICH war dabei Aber bald endet diese „Phase“ bestimmt wieder

    1. Ja, die stressen mich auch am Meisten! Ich sag ja, ICH WAR DABEI! GRAD EBEN! 😀 Ja, die Phase endet und dann beginnt die nächste – superspannend, was wohl kommen wird 😀

  5. Der Großteil ist ja wirklich witzig und man kann es den Kids ja auch nicht übel nehmen. Irgendwo sollten schon Grenzen sein, aber man sollte es immer mit etwas Humor nehmen…das macht es leichter 🙂

  6. Pingback: Linktipps #3 – Meine Blogfunde im März 2016 - Mama geht online

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