Eltern und Kinder ·Erziehung

Ich liebe dich, egal was du tust

Liebe ist alles. Liebe macht, dass man verzeiht, dass man sich gut fühlt, dass man weiß, wohin man gehört. Manche sagen, Liebe alleine ist manchmal nicht genug. Aber das stimmt nicht. Liebe sollte immer genug sein. Alles andere ist nur schnödes Beiwerk.

LIebe
by pixabay.de

Wenn man Kinder hat, liebt man sie. Klar. Wie sollte man auch nicht? Aber es gibt auch Zeiten, in denen man wütend ist. In denen es anstrengend ist. In denen die Kinder launisch sind, trotzen, pubertieren, in denen sie Türen knallen, in denen es Anrufe aus der Schule gibt, in denen sie deine Regeln missachten, in denen sie alles tun, um dich auf die Palme zu bringen. Ab und zu höre ich den Satz „Manchmal machst du es mir schwer dich zu lieben.“ Dieser Satz tut mir weh. Denn ich finde, so kitschig und abgedroschen es klingt, dass Liebe bedingungslos ist. Sein sollte. Vor allem die Liebe zu seinen Kindern.

Liebe ist Sicherheit ist Geborgenheit ist Zuhause

Mir ist vom ersten Atemzug meiner Kinder an eine Sache von Herzen wichtig gewesen: Sie immer und immer wieder wissen, spüren zu lassen, dass sie bedingungslos geliebt werden. Immer. Wenn die Kinder Babys sind, zeigt man es ihnen. Lässt sie dieses Gefühl verinnerlichen. Macht es viel intuitiver als später. Wenn die Kinder älter werden und mehr und mehr ihr eigenes kleines Leben leben, muss man ihnen diese Liebe versichern. Mit Worten. Mit Taten. Mit Berührungen. Meine Töchter sind 7 und 4 Jahre alt. Wir streiten, wir diskutieren, wir ärgern uns übereinander. Manchmal machen sie Dinge, für die sie Ärger bekommen. Von uns oder von Lehrern und Erziehern. Es gibt Momente, in denen sind wir sehr sauer aufeinander. Doch ich nehme mir immer diesen kleinen Augenblick Zeit. Diesen Augenblick, in dem ich sie in den Arm nehme und ihnen versichere, dass ich sie immer lieben werde.

Es gibt nichts, was du tun könntest

„Ich liebe dich, egal was passiert. Es gibt nichts, was du tun könntest, nichts, was du lassen könntest, um nicht mehr von mir geliebt zu werden.“ So kitschig. So rührselig. So pathetisch. Aber so wichtig. Denn auch wenn man glaubt, dass man als Mutter oder Vater doch jeden Tag zeigt, wie sehr man seine Kinder liebt – die Kinder werden in und von manchen Momenten im Leben verunsichert.

„Was, wenn ich mal was klaue?“
„Was, wenn ich etwas richtig Schlimmes anstelle?“
„Was, wenn ich die Schule abbrennen würde?“
„Was, wenn ich was richtig Teures kaputtmache?“

Das sind Fragen, die meine Töchter stellen, wenn ich sie nach einem Streit im Arm halte und ihnen versichere, dass alles immer gut sein wird. Daran merke ich, dass Kinder sich NICHT permanent dieser Bedingungslosigkeit sicher sind. Meine Kinder sind beide noch in dem „Wenn du nicht…, dann bin ich nicht mehr deine Freundin“-Alter. Die Kleine mittendrin, die Große noch in den Nachwehen. Das ist ein Satz, der ihr Leben mit Freundinnen und Freunden prägte und ihnen zeigte, wie zerbrechlich Zwischenmenschliches sein kann. Wie manipulativ. Wie unecht. Eben noch Freund, dann schon Feind. Durch nur einen falschen Satz, eine falsche Tat.

Liebe als Druckmittel

Liebe sollte nie Gegenleistungen erwarten. Liebe ist, oder sie ist eben nicht. Aber Sätze wie „Wenn du mich liebst, dann…“ oder „Ich dachte, du hast mich lieb, warum dann…“ finde ich deswegen so unglaublich schrecklich. Eine Freundin erzählte mir sogar, dass sie ihre Mutter dabei ertappte, wie sie zu ihrem Enkelkind „…, dann hab ich dich nicht mehr lieb“ sagte. Mein Herz zerbricht bei dem Gedanken daran, wie so ein dumm dahingesagter Satz einem Kind in nur einem Moment den kompletten Boden unter den Füßen wegziehen kann. Denn auch Erwachsene haben das „Wenn du nicht…, dann bist du nicht mehr mein Freund“-Spiel noch bestens drauf. Leider. Aber sie dürfen das nie, niemals mit ihren Kindern oder Enkelkindern spielen. Ich habe als Kind bedingungslose Liebe erfahren. Bis heute weiß ich, dass ich NICHTS tun oder nicht tun könnte, um sie zu verlieren. Und das ist, was ich meinen Kindern auch als Basis mit in ihr Leben geben wollte und will.

Denn es ist nichts so kostbar auf der Welt wie zu wissen, dass man ohne Wenn und Aber geliebt wird – selbst wenn man manchmal das Gefühl hat, man hätte diese Liebe gerade gar nicht verdient.

 

 

 

Ein Gedanke zu „Ich liebe dich, egal was du tust

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.