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Was sind Menstruationstassen? Interview mit „Ladyways“

Menstruationstassen? What? Ich denke über diesen Beitrag schon sehr lange nach und überlegte hin und her, wie ich ihn am besten und informativsten gestalten könnte. Ich selbst bin auch erst vor knapp einem Jahr auf die Thematik der „Menstruationstassen“ aufmerksam geworden, nutze sie seitdem begeistert und wollte gerne noch mehr Frauen die Chance geben, diese Erfahung machen zu können. Da aber nun Periodenblutungen und Monatshygiene nicht so die Themen sind, über die man gerne öffentlich postet, hielt ich mich bisher zurück. Nun stieß ich aber auf eine tolle Webseite (die ab heute rechts bei meinen Herzensshops verlinkt sein wird) und deren noch tollere Betreiberin, die mir und euch hier und heute ein paar Fragen zum Thema beantworten wird. Vielen herzlichen Dank an Isabella für die Zeit, die sie sich genommen hat!

"Menstruationstassen"

Interview mit Isabella von Ladyways.de zu Menstruationstassen

Kannst du meinen Leserinnen eine kurze Einführung zum Thema „Menstruationstassen“ geben? Leider kennen bisher ja nur sehr wenige Frauen diese Art der Monatshygiene.

ISABELLA: Ich bevorzuge ja den Begriff „Menstruations Cup“ anstellen von „Menstruationstasse“ oder einfach nur „Cup“ – die „menstrual cups“ kommen ja ursprünglich aus Amerika. Mittlerweile gibt es sie aber wirklich weltweit, d.h. auf allen fünf Kontinenten findet man Hersteller für dieses Produkt. Sowie natürlich Frauen, die diese „Cups“ verwenden. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass in ferner Zukunft die „Cups“ unsere Tampons und Binden ablösen werden. Also was ist ein Cup? Ich vergleiche es gerne mit einem Diaphragma oder einer Verhütungkappe. Diese bestehen genau wie Cups aus einem medizinschen, weichen und flexiblen Material und werden kleingefaltet in die Scheide eingeführt, wo sie sich öffnen. Allerdings soll ein Diaphragma das Eindringen von Sperma in die Gebärmutter (und so die Befruchtung) verhindern – ein Cup verhindert das Austreten von „Menstruations-Blut“, zumindest so lange bis er voll ist. Dann wird er entfernt und im Idealfall ausgespült und wiederverwendet. Es gibt aber auch eine andere Sorte „Cups“, die entsorgt wird. Aber genauso wie man ein Diaphragma immer wieder reinigen und wiederverwenden kann, funktioniert das auch mit einem Cup.

Was sind die Vorteile gegenüber Binden und Tampons?

ISABELLA: Für die meisten Frauen steht an erster Stelle der Tragekomfort. Einmal richtig eingesetzt und sie spüren den Cup überhaupt nicht. Ein Tampon ist ja am Anfang steif und starr, bis er sich vollsaugt. Ein Cup ist immer weich und flexibel. Das Material ist das gleiche, das für Babysauger und Schnuller verwendet wird. Es passt sich automatisch der Körpertemperatur und den Bewegungen an. Frauen können damit alles machen und vergessen ihr Periode fast, weil sie nicht bei jedem Toilettengang daran erinnert werden. Je nach Blutungsstärke kann man einen Cup bis zu 12 Stunden tragen. Die natürliche Scheidenflora wird nicht irritiert, weil Cups nicht alles absorbieren wie Tampons. Kein störendes Schnürchen und keine Gerüche, da alles luftdicht in der Scheide bleibt. Schwimmbad und Sauna-Besuch sind während der Periode mit einem Cup viel unkomplizierter. Nicht zu vergessen die Ersparnis durch den Verzicht auf Wegwerprodukte und natürlich der Umwelt- und Entsorgungsaspekt.

Wie lange dauert es in etwa, bis Frau sich an das Tragen der Cups gewöhnt hat?

ISABELLA: Manche Frauen sind schon nach der ersten Verwendung ihrer Menstruationstassen begeistert, andere brauchen 2-3 Zyklen, um sich an die Handhabung zu gewöhnen. Ich denke, es kommt darauf an, wie gut FRAU den eigenen Körper kennt und mit welcher Einstellung und Ruhe sie an die Umstellung herangeht. Das Entfernen ist für die meisten der trickreichste Teil. Dabei muss man sich immer vor Augen halten, dass ein Cup genauso wenig wie ein Tampon einfach im Körper verschwinden kann. Die Scheide ist nur durch eine kleine Öffnung mit der Gebärmutter verbunden und diese ist ungefähr Stecknadelkopf groß. Man kann mit der Muskulatur beim Entfernen sehr gut mithelfen, indem man den Cup leicht nach unten presst, dann kommt er schon zum Scheidenausgang und man kann ihn mit 2 Fingern am Boden greifen. Das saubere Entfernen kann am Anfang auch einfach unter der Dusche geübt werden

Es gibt ja so viele unterschiedliche Cups in verschiedenen Größen und Weichheitsgraden – wie findet Frau die Richtige für sich heraus und wo gibt es diese Cups überhaupt zu kaufen?

ISABELLA: Mittlerweile gibt es Menstruationstassen schon über Apotheken und in ausgewählten Bio-, Drogerie- und Sex- und sogar Outdoorgeschäften zu erwerben. Im Internet hat man allerdings die größte Auswahl bezüglich Material, Größe, Weichheit und Farbe. Auch kann man sich im Internet am besten informieren und es gibt Foren, auf denen man sich austauschen kann. Zudem ist der Kauf über das Internet diskreter und preislich (trotz Porto) oft günstiger.

Du hast ja nun eine tolle Onlineseite mit Shop, www.ladyways.de – welchen Service bietest du deinen Kundinnen dort an?

ISABELLA: Ich biete momentan 5 verschiedene Marken von Menstruationstassen zur Bestellung über meine Seite an. Wer sich nicht entscheiden kann und eine Beratung möchte, kann mir eine eMail schreiben und ich gebe eine Empfehlung. Vor Ort biete ich auch Hausbesuche und Infoabende, dann rücke ich mit meinem bunten „Cup-Koffer“ an. Als ich vor 10 jahren meinen ersten Cup gekauft habe, gab es noch keine Auswahl. Mittlerweile gibt es Cups in den schönsten Formen und Farben. Es macht Spass und ich beobachte die Entwicklungen auf dem Markt mit Spannung.

Gibt es zum Schluss noch etwas, was dir zum Thema auf der Seele brennt und du gerne an meine Leserinnen weitergeben würdest?

ISABELLA: Ja, ich möchte unbedingt auf meine Petition aufmerksam machen: http://www.change.org/p/johnson-johnson-was-ist-in-unseren-o-b-tampons .Es ist nämlich leider wirklich so, dass auf den herkömmlichen Produkten für die Monatshygiene keine Inhaltsstoffe deklariert werden müssen. Das heißt, wir wissen letztendlich überhaupt nicht, was genau Frauen mit den gängigen Produkten an ihre Haut und sogar in ihren Körper lassen. Wenn die ein oder andere Frau sich den Wechsel zu einem Cup so überhaupt nicht vorstellen kann, dann wäre es auf jeden Fall sinnvoll, zumindest auf Tampons und Wegwerfbinden aus Bio-Baumwolle umzusteigen. Diese findet man in gut sortierten Bioläden oder auch im Internet. Und noch eine tolle Alternative auch in Verbindung mit Cups sind waschbare Slipeinlagen und Binden (die es teilweise auch bei mir mit den Cups zu bestellen gibt). Ich verweise aber zu dem Thema auch gerne auf die Seite meiner Kollegin Lisa von www.libadi.de – deren Seite auch sehr informativ ist.

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So. Das war unser kleines, aber sehr spannendes Interview und ich hoffe, die ein odere andere Leserin wird sich ein bisschen mit dieser Art der Monatshygiene auseinandersetzen – denn ich bin normal überhaupt kein alternativer Typ und ich fand die Idee, sowas zu tragen etwas merkwürdig. Aber wenn man das Handling raus hat, will man nichts anderes mehr tragen. Ich hoffe, ihr verzeiht mir und Isabella die „blutigen“ Einblicke ins Thema. Ich jedenfalls freue mich, denn das hier war kein sponsored Ding, sondern eine Überzeugungsangelegenheit!

Ein Gedanke zu „Was sind Menstruationstassen? Interview mit „Ladyways“

  1. Liebe Katja,

    ich wollte mich noch immer für diesen super Beitrag bedanken!!! Ich war so begeistert von den Cups, das ich mir welche bestellt habe und ich bin oberglücklich! Vom allerersten Moment an war das genau das was ich brauchte!
    Ich fühle mich super damit und bin dir sehr dankbar, wer weiß wann ich sonst davon erfahren hätte!!!
    Simone

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