Aufreger des Tages ·Eltern und Kinder ·Erziehung

Kinder müssen Grenzen erkennen: die anderer Menschen

2017 wird unter Eltern wieder viel über Erziehung oder Nicht-Erziehung, über Grenzen und deren Spielräume gesprochen. Und ich bin der Meinung, dass jeder so erziehen oder eben nicht erziehen soll, wie er es für sich und seine Familie angemessen und für am besten emfindet. BIS zu einem bestimmten und für mich unglaublich wichtigen Punkt…

Grenzen anderer
by pixabay.de

Leider schreibe ich diesen Text, weil eben diese Art des Machenlassens nicht immer funktioniert. Und ich bin mir auch bewusst, dass diese Probleme nicht aus Nicht-Erziehung in Form von „unerzogen“ oder „antiautorität“ resultieren. Selbstbestimmt oder bedürfnisorientiert aufzuwachsen, bedeutet nämlich nicht, das Miteinander zu vernachlässigen. Das nur gleich zu Anfang, damit keine Missverständnisse auftauchen. Das, was ich anspreche, ist ein Phänomen, das bei jeder Form der Erziehung (oder eben nicht) auftritt. Aber es stört mich massiv. Und zwar betrifft es Kinder und deren Missachtung der Grenzen anderer Kinder. Das geht einfach gar nicht.

Treten, hauen, attackieren

Gerade im Grundschulalter wird immer deutlicher, dass so einiges im Argen liegt, was Kinder und deren Einschätzung und das damit verbundene Einhalten von Grenzen anderer Mitschüler angeht. Es ist Alltag, dass gehauen, geschubst, getreten und attackiert wird. Dass ohne Grund andere Kinder an Jacken und Pullis gerissen und zum Spaß und im Spiel herumgeschleudert werden. Und neben Tränen und Blessuren, Ängsten und Unwohlsein geht auch das ein oder andere Eigentum zu Bruch. Was läuft da bitte wo schief? Und warum ist es so schwer geworden, darüber mit anderen Eltern zu sprechen? Da gibt es so viele Seiten, die mich mittlerweile massiv stören und mit denen ich nicht richtig umzugehen weiß – denn wie man es macht, macht man es für irgendjemanden sowieso falsch…

Gender kommt auch noch dazu. Juhu.

Heute muss alles gleich und gleicher sein. Alles für jeden, nichts für jemand Bestimmten. Das verwirrt mich alles sowieso, weil es so inkonsistent zu sein scheint. Aber dazu ein anderes Mal mehr. Was mich ärgert ist, dass es, sobald ich derartige Übergriffe gegen Kinder oder Dinge anspreche, mehr als nur oft „Das sind halt Jungs“ heißt. Was jetzt? Jungs dürfen also treten, hauen und herumwerfen, weil sie Jungs sind? Dementsprechend dürfen Mädchen also kreischen, an den Haaren ziehen und beißen? Wie 1990er ist das denn nun bitte? Ist „Gewalt“ also gleich „männlich“? Und warum wird diese Art der Diskriminierung auch noch von Frauen/Müttern vorangetrieben? Und bis zu welchem Alter ist dieses Verhalten dann legitim? Es ist okay, wenn ein 8-Jähriger seinen Mitschüler in der Pause auf den Boden wirft und dessen Ranzen durch den Raum kickt. Ist das auch noch okay, wenn er 16 ist? Oder 18? Und ab wann wird ihm das klargemacht? Und nein, es sind nicht nur Jungs, die sich so verhalten. Aber bei dem, was ich so mitbekomme, sind sie es einfach viel öfter.

Grenzen setzen – aber wer darf das heute noch?

Wenn ein Kind mein Kind vor meinen Augen grundlos körperlich angeht und dessen Mutter gleichgültig oder mit dem „Sind halt Jungs/Kinder“-Ding nicht eingreifend anwesend ist, dann greife ich ein. Und mache diesem Kind unmissverständlich klar, dass es das ganz sicher nicht tun darf. Aber eigentlich ist das nicht meine Aufgabe. Ich will hier klarstellen, dass mein Kind kein Opfer ist. Meine Tochter kommt klar und falls nicht, weiß sie, welche Maßnahmen sie ergreifen kann, um ihre Grenzen zu schützen. Aber dass das nicht alle Kinder so gut können, weiß auch jeder. Und ich kenne einige Eltern, deren Kinder das betrifft. Meiner 7-Jährigen erklärte ich, dass das, was für manche harmlose und normale kindliche Verhaltensweisen zu sein scheinen, bei Erwachsenen Anzeigen wegen Körperverletzung oder Sachbeschädigung nach sich ziehen würden. Und dass ich nicht verstehe, wie Kinder lernen sollen, was okay ist und was nicht, wenn sie nicht schon früh lernen, dass es sehr wohl Grenzen gibt in ihrem Tun – nämlich spätestens da, wo die Grenzen anderer Menschen beginnen.

Jungs oder Mädchen, locker oder streng – es ist nicht alles erlaubt

Ich bekam einmal gesagt, dass jeder für sich seine eigenen Grenzen verteidigen muss und das nicht die Aufgabe der anderen Eltern ist. Sprich, wenn ich dasitze und ein einjähriges Kind kommt und schmiert mir die Hose mit Brot voll, dann soll ICH meine Grenzen diesem kleinen Kind gegenüber verteidigen und ich könne nicht ernsthaft erwarten, dass die zugehörige Mutter das Kind einfach wegnimmt. Was ICH tun würde in so einem Fall. Oder wenn ein Kleinkind wieder und wieder mit seinem Laufrad über meinen Fuß auf dem Spielplatz fährt, obwohl ich schon mehrfach freundlich verdeutlichte, dass ich das nicht möchte. Aber WIE ZUM GEIER soll oder kann ich denn meine Grenzen kleinen Kindern gegenüber verteidigen? Ich finde nicht, dass das meine Aufgabe ist. Und ich finde, wenn schon in dem Alter normal ist, dass die Eltern die Kinder so lange machen lassen, bis sie deutlichen Input von außen bekommen, dann wundert es mich nicht, dass es in der Grundschule so läuft, wie es läuft. Wie verteidigt sich ein Kind gegen ein anderes Kind, dem die persönlichen Grenzen seines Gegenübers piepegal sind, weil sie auch seinen Eltern piepegal sind? Wenn ein „Stopp, ich will das nicht“ nicht reicht? Zurückhauen? Gleiches mit Gleichem vergelten? Sicher nicht.

Werte vermitteln und sensibilisieren

Jeder erzieht, wie er will. Jeder hat andere Dinge, die im wichtig sind. Und jeder darf seinen Kinder das nahebringen und vermitteln, was er für richtig hält. Es ist mir egal, wann welches Kind zu Hause sein muss oder in welchem Alter es alleine auf den Spielplatz darf oder sein erstes Handy bekommt. Es ist mir gleichgültig, was wer in der Schule isst oder trinkt, welche Kleidung wer trägt oder wie lange es fernsehen darf. Es ist mir nicht wichtig, ob ein Kind zu Hause an Wände malen darf oder nur alle 2 Tage eine kleine Ration Süßigkeiten zugeteilt bekommt. Aber es ist mir verdammt wichtig, dass andere Kinder Respekt vor anderen Menschen und deren Grenzen haben und wissen, dass das Eigentum anderer Kinder genau das ist: Das Eigentum anderer Kinder. Und egal, wie wichtig oder unwichtig einem manche Dinge sind, diese Grenzen sollten für alle sichtbar existieren. Denn ICH möchte nicht als erwachsene Frau die Aufgabe übernehmen, Kinder zurechtzuweisen, deren Eltern zu faul dafür sind oder glauben, dass Kinder sich ruhig so verhalten sollen. Übergriffig werden ist keine freie Entscheidung!

Wie seht ihr das? Findet ihr diese kleine und große Gewalt normal und okay? Müssen Kinder das einfach ertragen können? Oder habt ihr andere Erfahrungen damit gemacht? Eure Sicht interessiert mich!

 

 

29 Gedanken zu „Kinder müssen Grenzen erkennen: die anderer Menschen

  1. Nein ich finde es nicht normal und es ist Sache der Eltern es ihren Kindern zu vermitteln. Mir ist es egal ob ein anderes Kind zuhause auf den Putz haut, aber geht es gegen mein Kind, dann greife ich ein. Mir ist dann auch völlig egal ob die Mutter dieses Kindes sauer ist. Wenn sie es nicht fertig gebracht hat ihrem Kind beizubringen das man anderen nicht wehtut, dann ist das ihr Problem und nicht meins. Dann muss sie aber auch damit leben das ICH es ihrem Kind nicht erlaube, denn der Schutz meines Kindes steht bei mir an erster Stelle. Liebe Grüße, Nicole.

    1. Dank dir! Das sehe ich auch so und wenn es nicht anders geht, übernehme ich halt diesen Part. Aber es kann halt nicht sein, dass Gewalt und Respektlosigkeit heute zum Entfalten dazugehören! Das will ich nicht akzeptieren! Das macht mich mehr als nur wütend. Denn wie gesagt, bis zu welchem Alter sind das „harmlose“ Rangeleien und Machtspielchen und ab wann wird es gefährlich?

      Liebe Grüße,
      Katja

  2. Puh das ist ja krass 🙁 da kriegt man ja richtig Bock auf Grundschule 🙁 Also ich seh es genau wie du und ich greife mittlerweile auch hemmungslos ein – früher hab ich oft dagestanden und gewartet und gedacht, die Eltern müssten das doch mal machen. Jetzt rede ich mit den Kindern (fast) so wie mit meinen eigenen. Aber mein Job ist es trotzdem nicht :/

    1. Hey Liebes, ja, es ist nicht schön. Und wir sind auf einer netten, eigentlich ruhigen Grundschule. Und es ist auch nicht so, als würde von morgens bis abends geprügelt, bis das Blut spritzt. Aber die Art und Weise, wie normal Grenzen überschritten werden, ohne dass es jemanden zu interessieren scheint, ist auffällig. Und da ist das Doktorensöhnchen gleich auf mit „Normalos“. Und Respekt geht total verloren…

      Doof… Und man weiß gar nicht genau, wie man da reagieren soll!
      Liebste Grüße,
      Katja

  3. VOLL DEINER MEINUNG! Sowas von… ich könnte es nicht treffender schreiben!
    Bei uns wird mein Sohn dann quasi als „unnormal“ abgestempelt, weil er ja ALS JUNGE nicht zurück haut oder sich dann distanziert (sofern dies Möglich ist). Ich könnte mich Tage lang darüber aufregen…
    Das Thema Gewalt nervt mich so dermaßen und ich könnte einigen Leuten an den Kragen springen. Die Gewaltbereitschaft an Grundschulen erschüttert mich! Es ist nicht normal und hat mit dem altmodischem „Gerangel“ von damals nichts mehr zu tun, denn hier wird nicht aufgehört, wenn jeman auf dem Boden liegt! Hier wird getreten und geschlagen, gedroht und und und… Was kommt noch? Wie geht es auf der nächsten Schule weiter????
    *grummelmotzmecker

    1. Halloooo <3, ach so, ein Junge ist sogar "unnormal", wenn er nicht haut? Ich kapiere es einfach nicht!! Und wie du sagst, wenn das schon in der Grundschule so ist (und wir haben hier eine liebe, nette Grundschule), wie geht das dann weiter? Ich will es gar nicht wissen. Mich stört es einfach, dass das Machenlassen und Austesten scheinbar auch Gewalt einschließt. Das macht mich so wütend! Für Lehrer ist dieses Phänomen sicher auch nicht gerade leicht in den Griff zu kriegen. Einmischen darf man sich ja auch nicht mehr wirklich, sonst kommt Mama oder Papa gleich mit dem Anwalt...

      Danke fürs Zustimmen 😀
      Katja

  4. Jeder hat seine persönlichen Grenzen – und die müssen sowohl Kinder als auch Erwachsene akzeptieren. Die Ausrede „so ist er/sie halt!“ zählt nicht.
    Kinder müssen und sollen sich durchsetzen lernen und abgrenzen dürfen. Gewaltfrei. Ohne Zwang. Leider lernen sie immer weniger, die Grenzen anderer zu respektieren und zu akzeptieren. Sehr schade. Aber das Hauptaugenmerk liegt an den Eltern, die – großteils – schlichtweg überfordert sind, weil so viele Erziehungstipps auf einen einprasseln, dass man sich leicht verunsichern lässt.

    Ich bin also voll und ganz bei dir!

    1. Hey du!
      Ja, genau das Gefühl habe ich nämlich auch. Zu viele Erziehungstipps und das Offensichtliche bleibt auf der Strecke. Früher wurde auch gekloppt und geschubst, aber eher bei denen, bei denen echt alles egal war. Das hat sich heute verschoben, längst sind es nicht mehr die „sozial schwachen“ Kinder aus Familien, denen Erziehung nicht wichtig ist. Es sind alle. Und da läuft einfach was schief.

      Liebe Grüße!
      Katja

  5. Hallo Katja, das Beispiel mit dem einjährigen Kind, das sich bei jemand fremden abschmiert: Also in dem Fall ist wahrscheinlich schon eine prompte Reaktion des „Beschmierten“ sinnvoll, denn das geht ja dann in dem Fall schneller als Eltern reagieren können. Aber in Bezug auf Gewalt gebe ich dir Recht: Wer da mit „ist halt ein Junge“ reagiert machte es sich zu Unrecht einfach. Liebe Grüße, Ella

    1. In diesem – so geschehenen Fall – schaute die Mutter seelenruhig zu und später sagte man mir, es wäre nicht ihre Aufgabe, sondern meine. Das Kind dürfe das solange machen, bis ICH meine Grenzen verteidige. Darum geht es. Auch in dem Fall des Jungen mit dem Laufrad sah der Vater in aller Ruhe zu. Ich finde das, gerade bei so kleinen Kindern, eben schwer! Und schon da merkt man, dass die Eltern keine Lust haben oder den Sinn von Grenzen nicht einsehen. Ist kein Elternteil am Start, mache ich das schon selbst aus. Weißt, was ich meine?

      1. Liebe Katja, puhhh. Die Unlust der Eltern, hm? Schwierig. Es sind auch viele Eltern einfach ausgelaugt durch dieses ständige „Grenzen setzen“. Ich denke das liegt schon auch an unsere Scheuklappen-Gesellschaft, jeder macht sein Ding, keiner guckt mehr auf den anderen. Wie heißt es so schön „Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind groß zu ziehen“. Davon sind wir leider weit entfernt. So wird es auch für Kinder schwierig ein soziales Miteinander zu lernen. Und wer ist dann schuld? Die Eltern.

  6. Das was du beschreibst sehe ich in meinem Alltag als Erzieher. Es fängt tatsächlich schon in der Kita an. Da wirft ein Kind, 2 mal bewusst mit einem Stock nach einem anderen Kind (X), die Eltern sehen es, ich sehe es. Ich weise das Kind zurecht, die Eltern von dem Kind sagen „Du hast X bestimmt nicht gesehen. Das war bestimmt keine Absicht.“ Da fällt einem tatsächlich alles aus dem Gesicht. Oder bei dem nächsten wird gar nicht reagiert, wenn es die halbe Kita auseinander nimmt.
    Ich habe es oft damit entschuldigt das die Eltern Angst davor haben in der Öffentlichkeit zu schimpfen, mittlerweile habe ich eher das Gefühl das sie tatsächlich keine Lust haben sich mit ihren Sprösslingen auseinander zusetzen. Ich finde es frustrierend und es tut mir auch für diese Kinder leid.

    1. Ja, du hast Recht, es liegt wahrscheinlich wirklich oft daran, dass es „out“ ist, in der Öffentlichkeit zu schimpfen. Und Faulheit ist sicher auch oft Schuld. Aber auch Resignation, denn als Eltern weiß man oft gar nicht mehr, was man jetzt überhaupt noch machen darf und was nicht. Bei den 2345 Ratgebern und Tipps und No Gos kann man da schon durcheinanderkommen. Und sicher will keiner als Heli-Mama auffallen… Alles gar nicht so leicht. Nur baden in dem Fall die Verwirrtheit/Faulheit/Angst der Eltern die Kinder und deren Umfeld aus. Und ihr als Erzieher. Und das ist dann auch wieder etwas unfair. Und anstrengend… Aber interessant, dass das schon bei euch im Kita-Umfeld auffällt!

      Danke für deinen Kommentar!
      Liebe Grüße,
      Katja

  7. Hallo Katja,

    Leider scheint es diese Probleme nicht nur an eurer Grundschule zu geben.
    Hier wirkt der Schulhof auch oft wie eine MMA-Arena. Ich muss dazu sagen, wir sind hier wirklich ländlich. Es gehen gerade einmal 100 Schüler auf die Schule.
    Die Lehrer stehen oft daneben und als Entschuldigung für ihr nicht Eingreifen führen sie an, dass man nie weiß, wann es Spiel ist und wann es ernst wird. Mir ist da letztens der Kragen geplatzt. Wenn ein Kind einem anderen weh tut, hört für mich der Spaß definitiv auf.

    Ich dachte wir sind ein Einzelfall. Scheinbar ist das Problem doch größer.

    Viele Grüße
    Mama Maus

    1. Liebe Mama Maus,

      ja, durch meinen Text habe ich erst mal bemerkt, wie groß dieses Problem doch zu sein schein. Es beruhigt mich – und beunruhigt mich gleichermaßen! Und ja, wenn ein Kind einem anderen weh tut, dass ist der Spaß vorbei. In jedem Alter und bei jedem „Spiel“. Das sollte gar keine Ermessensfrage sein, sondern selbstverständlich….

      Hoffentlich wird das irgendwie wieder besser…

      Liebe Grüße,
      Katja

  8. Jajajajaaaa! Da kaue ich auch schon länger drauf rum! Dieses Thema regt mich schon lange und immer mal wieder auf. Ich schrecke auch nicht davor zurück „Fremd zu Schimpfen“, wenn ich merke die Grenze ist deutlich überschritten, aber die anwesenden Eltern reagieren einfach nicht. Wobei ich es nicht sonderlich angenehm finde in Gegenwart der Eltern dem „fremden“ Kind die Grenze aufzuzeigen. Und am besten reagieren die Eltern noch mit Schulterzucken.

    1. Hatten wir auch vor zwei Tagen wieder… Zwei Jungs stecken Stöcke in die Rutsche und wollten damit die rutschenden Kinder stechen. Das geht für mich gar nicht, Stock und Auge passen nämlich richtig schlecht zusammen. Ich sprach die Jungs an und die sagen frech, sie würden das aber weitermachen, weil sie Spaß hätten. Meine Kleine wollte dann nicht mehr rutschen. Kurz später sagte ich den Jungs, sie sollten das nun bitte endlich lassen, andere Kinder würden das eben nicht spaßig finden. Wieder nichts. Das schlimmste daran: Ihr Vater stand in der Nähe und griff nicht ein. Nicht nur schlimm, weil er nicht auf MEINER Seite war. Er war ja durch sein Nichteingreifen auch nicht auf der Seite seiner Kinder und lieferte sie fremden Leuten aus (nicht nur ich sprach mit den Jungs, auch andere Mütter schimpften)! Die Jungs waren vielleicht 5 Jahre alt? Find ich unmöglich, solche Leute!

      Liebe Grüße,
      Katja

  9. Ich kann mich damit voll und ganz anfreunden. Ein ähnliches Thema habe ich heute verbloggt. Bei mir geht es um eine Mama, die mein Kind angegriffen hat. Nicht körperlich, sondern emotional. Ein Kind spüren zu lassen, dass man es nicht mag, geht gar nicht. Hier ging es auch um Grenzen. Solche, die sie aufgrund antiautoritärer Erziehung nicht gesetzt hat und damit eine Situation entstehen lassen hat, in der sich mein Kind in die Enge hat drängen lassen. Ach ich reg mich schon wieder auf und das hatte ich mir doch eigentlich von der Seele geschrieben…
    Viele Grüße,
    Yvonne von Limalisoy.de

    1. Liebe Yvonne,
      oh, auch solche Grenzen sind wichtig – und schrecklich, wenn nicht mal ein Erwachsener reif genug ist, sie zu spüren und einzuhalten! Das ist ja furchtbar! Da reg ich mich gleich mit dir auf! Aber das ist es halt… Wie sollen die Kinder lernen, wie man sich wo mit wem verhält, wenn die Errwachsenen es nicht vorleben können? Schade und traurig 🙁

      Liebe Grüße,
      Katja

  10. Wenn in Teilen Erwachsene schon nicht das persönliche Eigentum achten, wie sollen Kinder es dann lernen. Ich persönlich mag meinem Kind auch nicht beibringen“ du musst aber alles teilen“ ,- das muss man nämlich nicht ; )

    1. Hallo! Ja, das ist es halt. Oft braucht es gar keine Erziehung, nur das Vorleben der Eltern. Wenn das aber schon scheitert…. Und nein, ich bringe meinen Kindern auch nicht bei, dass sie alles teilen müssen. Müssen sie nicht. Find ich auch nicht gut. Ich bringe ihnen aber bei, dass man darüber sprechen kann. Und dass man Kompromisse finden kann. Aber halt mit Worten und nicht mit Fäusten…

      Alles nicht so leicht.
      Liebe Grüße,
      Katja

  11. Unsere Tochter geht seit Dezember in den Kindergarten, davor in eine „heile Welt Kita“. Ich schlacker hier jetzt auch manchmal mit den Ohren, was Madame inzwischen einen Befehlston hat und man ihr sehr deutlich sagen muss, dass das nicht geht und man nicht so miteinander spricht – mir völlig egal, ob andere Kinder das so tun, wir pflegen bitte einen freundlichen Ton untereinander.

    Und der kleine Mann ist anderthalb und haut ständig. Ich gehe IMMER dazwischen, weil ich eben auch finde, dass das gar nicht geht. So langsam scheint er es auch zu verstehen. Was ich da dann furchtbar finde, ist, wenn andere Eltern sagen „Ach, ist doch nicht schlimm“. Doch, ist es! Und sie sollen meinem Sohn genau das Gegenteil sagen (so wie du eben)!

    1. Ich finde es super, wie du das mit deinen Kindern machst. Vorleben und erklären. Und eben nicht einfach „machen lassen“. Denn das finde ich auch den Kindern gegenüber nicht fair, die doch das Recht darauf haben zu lernen, wie man eigentlich miteinander umgehen soll. Nämlich ja eigentlich genauso, wie man selbst möchte, dass mit einem umgegangen wird. Ganz leicht eigentlich…..

      Liebste Grüße,
      bleib dran! Katja

  12. Ohje! Meine Kinder sind erst 3 und im Kiga wird zum Glück sehr auf guten Umgang geachtet. Wir leben allerdings im Moment im Ausland und sie gehen auf den Internationalen.
    Vor solchen Situationen graut es mir ehrlich gesagt ziemlich! Wie soll man da eigentlich genau eingreifen? Was wenn der Einjährige munter weiterschmiert – auch wenn man ihm sagt „aufhören“?
    Oder wenn man auf Schimpfen mit dem schlägernden Erstkläsler nur eine freche Antwort erhält? Wenn die Eltern dann im Zweifelsfall dem Kind beipflichten?
    Was wenn das eigene Kind Panik bekommt, weil es in der Schule getriezt wird – und wenn reden mit den Lehrern nicht hilft?

    1. Ja, diese Situationen sind sehr, sehr schwer zu handhaben. Bisher konnte ich alle klären, ohne das sie eskalierten. Deswegen wäre es eben wichtig, dass die Eltern mal wieder umdenken und ihren Kindern vorleben, wie man ein normales Miteinander pflegt. Von klein auf. Ich hoffe, wir kommen alle nie in die Situation, in denen man nicht mehr weiter weiß….

      Liebe ratlose Grüße,
      Katja

  13. Schon bevor ich den Artikel zu Ende gerlesen habe (und ich lese heute zum ersten Mal diesen Blog und auch zum letzten Mal…) war mir klar, dass hier eine Mädchen Mama schreibt… Gääähn… Also, wieder mal die bösen Jungs… Würde man das über Moslems oder Schwule schreiben, wäre man rassistisch… Aber alle Jungs in einen Sack stecken darf man… Ich kanns nicht mehr hören…
    Schöne Grüße von einer Jungs Mama, die zwei tolle sensible Kinder hat, die sich noch nie einfach so gekloppt haben und keine Tonnis durch die Klasse kicken… Und in deren Klassen jeweils ein Mädchen auffällig ist und große Probleme macht…

    1. Hallo anonymer Kommentator 😉

      Du hast meinen Artikel nicht so richtig verstanden, glaube ich. Ich finde es doch total schlimm, dass man in der heutigen Gleichstellungszeit als JUNGSMAMA Sätze wie „Sind halt Jungs“ raushaut! Ich selbst finde nicht, dass man Jungs und Mädchen unterschiedlich behandeln sollte bei Themen wie Aggression und das Missachten von Grenzen anderer. Leider ist es in meinem Umfeld bei den Jungs deutlicher, aber eben weil deren Mütter da scheinbar anders reagieren, was ja nicht meine Schuld ist. Außerdem gibt es auch genug Mädchen, die ich anspreche. Das hat aber nun nichts damit zu tun, dass ich nur Töchter habe. Ich bringe meinen Kindern bei, dass man andere Menschen respektiert, sich mit Worten wehrt und keine Dinge zerstört. Was hat das mit Mädchen zu tun? Ich hoffe, nichts! Schade, dass du meinen Text nicht verstehen wolltest, denn damit wollte ich überhaupt keinen Jungen oder kein Mädchen angreifen, wohl aber Mütter, denen alles egal zu sein scheint. Und ich finde es ganz toll, wenn du nicht zu diesen Müttern gehörst! Wohl aber zu denen, die einem die Worte im Mund herumdrehen und nur das aus Texten herauslesen, was sie lesen wollen. Das finde ich schade. Denn eigentlich sind wir auf derselben Seite 🙂

      Liebe Grüße,
      Katja

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