Blogwelten (Tags/Stöckchen/Awards) ·Eltern und Kinder

Liebster Award light – Ich antworte, aber ich frage nicht!

Schon Anfang Juni nominierte mich der liebe  Kuckucksvater beim „Liebster Award“ – und auch wenn das schon sehr lange her ist, möchte ich doch auf seine Fragen eingehen und mich beteiligen. Kuckucksvater bloggt auf seiner Seite über das Leben als Mann, dem das Wichtigste einfach weggenommen wurde: Seine Vaterschaft – auf mehreren Ebenen. Es geht um Männer, die eines Tages erfuhren, dass sie nicht die biologischen Väter ihrer Kinder sind und um ihren Weg, damit umzugehen und gegen diese schreckliche Erkenntnis anzukämpfen. Ein Besuch auf seinem Blog lohnt sich für alle, denn leider ist dieses Thema nicht wirklich selten und wird dennoch viel zu sehr unter den Teppich gekehrt.

Aber nun seine 11 Fragen und meine 11 Antworten darauf – und ein von ganzem Herzen kommendes DANKE an ihn, mich ausgewählt zu haben!

 

9242099936_d647e979c9_o

1. Wann hast Du mit dem Bloggen angefangen?

Vor ziemlich genau einem Jahr entstand mein Blog – zuerst via blogspot, dann hier auf der eigenen Domain.

2. Was hat Dich zum Bloggen bewegt?

Es hatte sich viel Ärger und Unverständnis aufgestaut, was einfach ein Ventil suchte. In der Elternwelt wird vieles beschönigt, unter den Teppich gekehrt, in rosarot gemalt und schamlos übertrieben – und all das ärgerte mich und ich wollte einfach mal die Wahrheit über viele Dinge rauslassen. Naja, zumindest MEINE Wahrheit.

3. Hast Du Kinder?

Ja, ich habe zwei kleine Töchter.

4. Wurde ein Vaterschaftstest gemacht?

Nein. Ich war zum Zeitpunkt der ersten (von uns beiden geplanten und von Herzen gewünschten) Schwangerschaft bereits 9 Jahre mit meinem Mann zusammen und offenbar bestand von seiner Seite aus kein Grund, einen Test zu verlangen.  Ebenso bei der Schwangerschaft unserer zweiten Tochter. Auch ein geplantes Wunschkind. Ich weiß nicht genau, ob meine Überlegung logisch für betroffene Männer ist, aber ich denke, wenn man gemeinsam eine Schwangerschaft plant und daraufhin arbeitet, fällt das Vertrauen leichter, oder?

5. Kennst du jemanden, der von der Kuckuckskindthematik betroffen ist?

Ehrlich gesagt, nicht direkt und offen. Aber es gibt tatsächlich zwei oder drei Bekannte in meinem Umfeld, bei denen ich, wäre ich enger mit den Männern befreundet, zu einem Test raten würde und mich über das Vertrauen seitens der Männer wundere…

6. Welche Bedeutung misst Du der leiblichen Vaterschaft im Vergleich zur (nur) sozialen Vaterschaft bei?

Das ist eine schwierige Frage, denn im besten Fall sollte ja beides Hand in Hand gehen und andersherum gibt es auch sehr oft den Fall, dass die leibliche Vaterschaft besteht, aber die soziale Komponente gänzlich fehlt, was ebenso traurig und schmerzhaft ist. Die leibliche Vaterschaft verbindet eben einen kleinen und einen großen Menschen mit Leib UND Seele. Und ich denke, diese beiden Dinge zusammen sind es, die die Beziehung perfekt machen. Auf der anderen Seite steht die soziale Vaterschaft schon über der leiblichen, WENN alle Beteiligten von Anfang an über die Sachlage informiert sind. Liebe entsteht nicht nur durch Blut, sondern durch viel, viel mehr. Aber man muss ihr auch die Chance geben, vertrauensvoll wachsen und bestehen zu dürfen.

7. Sollte es einen verpflichtenden Vaterschaftstest bei jeder Geburt geben?

Ganz ehrlich? Ich habe da noch nie drüber nachgedacht, ABER ich als Frau und Mutter denke, wenn es verpflichtend für alle wäre, würde es zur Normalität gehören und ja, ich bin der Meinung, das wäre eine sehr gute Sache, wenn auch gesetzlich und ethisch schwer durchsetzbar. Viele schlimme Verletzungen und Lügen würden verhindert werden und es würden auch sicher viele Frauen bewußter über die Konsequenzen nachdenken, bevor sie sich und den vermeintlichen Kindsvater in eine Kuckuckskind-Lage manövrieren – und es würde Klarheit für beide (oder alle drei) Parteien schaffen.

8. Hast du schon einmal daran gezweifelt, das Kind deiner Eltern zu sein?

Nein. Noch nie.

 

9. Welches besondere Erlebnis verbindet dich mit deinem Vater und welches mit deiner Mutter?

Das kann ich jetzt gar nicht auf die Schnelle beantworten. Da sind so viele kleine und große Dinge, die das Verhältnis zwischen mir und meinen Eltern in den 34 Jahren meines Lebens prägen. Aber an dieser Stelle sei auch gesagt, dass meine Eltern geschieden sind und ich so heute auch einen Stiefvater und eine Stiefmutter habe – und daher auch weiß, dass mehr als nur Blutsverwandtschaft eine Eltern-Kind-Beziehung erschaffen können. Auf der Basis der Ehrlichkeit. Liebe, Halt und das Gefühl zu haben, dass die Eltern bedingungslos hinter einem stehen und einen jederzeit auffangen, wenn man fällt – und dass sie, wenn es hart auf hart kommt, gemeinsam für einen kämpfen und nicht gegeneinander. Und es ist Freundschaft und Vertrauen, das einen verbindet.

10. Welche Eigenschaft hat dein Kind eindeutig von dir geerbt?

Meine große Tochter (5) hat leider eindeutig meine Wehleidigkeit und meine Ungeduld von mir geerbt. Zusammenfassend lässt sich sagen, wir sind schrecklich ungeduldige Jammerlappen, die schnell an die Decke gehen. Die Kleine bisher meinen Sturkopf. Aber ich vielleicht ändert sich das ja noch nach der bezaubernden Trotzphase.

11. Welche sollte es auf keinen Fall erben?

Meine Angst vor allem und meine Fähigkeit, mir alles in den dunkelsten Farben auszumalen. Ich hoffe, die beiden werden mit positivem Gefühl an alles herangehen können und nicht meine Psychomacken erben, die das Leben bisweilen sehr schwer machen können.

 

Da ich ehrlich gesagt nicht den Nerv dazu habe, jetzt 11 kleine Blogs zu nominieren und ihnen 11 Fragen zu stellen, lasse ich das an dieser Stelle einfach sein. Meine Herzensblogs seht ihr in meiner Blogroll und ich lege sowieso jedem Leser nahe, bei allen mal vorbeizuschauen, da es ganz tolle Menschen mit ganz tollen Geschichten sind. Ihr seid sowieso alle meine „Liebster Award“-Blogs! (Jaja, ich bin sehr faul und weiß auch, dass die meisten von euch genausowenig Zeit haben!)

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.