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Ungestresst und ungenervt durch die erste Schwangerschaft

Es ist bei mir schon eine Weile her, dass ich schwanger war. Aber wie wahrscheinlich alle Mamas erinnere ich mich noch sehr gut an Schwangerschaft 1 und 2. Vor allem die erste Schwangerschaft ist voll von Sorgen, Nöten, Ängsten, aber auch voll von Spannung, Glück und unglaublicher Aufregung! Doch es gibt immer wieder Aussagen und Momente, die einem die Laune mächtig verhageln können. Daher will ich allen schwangeren Bald-Mamas ein paar Dinge mit auf den weiteren kugeligen Weg geben.

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Quelle: pixabay.de

Lest nicht zu viel
Ich weiß, es gibt so viele Ratgeber, Apps, Newsletter, Webseiten und Blogs zu dem Thema und es juckt in den Fingern, sie alle, ALLE zu inhalieren! Aber übertreibt es nicht. Zu viele Köche verderben den Brei – und zu viele Ratgeber verderben die Schwangerschaft. Es gibt viele Verbote, Tipps, Ratschläge und Must Dos für die Monate der Monate, aber am schönsten ist es noch, einfach in sich hineinzuhören und auf die wirklich wichtigen Dinge zu achten. Lest über die Entwicklung des Kindes. Über eure Entwicklung. Aber macht euch nicht irre mit „Was Sie wissen sollten“ oder „Was alles passieren kann“.
Mein Tipp für euch: Mehr dokumentieren, weniger informieren!
(Außer natürlich auf meinem Blog! Der ist sehr informativ und wichtig! 😉 )

Hört nicht zu viel zu
Es wird in eurer Schwangerschaft viele Frauen um euch herum geben, die ganz viel dazu beitragen können. Positiv. Und negativ. Jede Frau, die schon geboren hat, wird euch mit ihren Erzählungen und Erfahrungen unterstützen wollen – und manche wollen euch auch einfach nur in Panik versetzen. Nicht alle Mütter haben gute Erfahrungen in ihren Schwangreschaften und bei ihren Geburten gemacht, aber fast alle Mütter werden euch davon berichten wollen. Ich bin kein großer Fan von Gruselgeschichten rund um Schwangerschaft und Geburt. Und ich verstehe auch nicht, wie man schlimme Storys über Behinderungen, Krankheiten und Horrorentbindungen vor jemandem ausbreiten muss, der seit ein paar Wochen schwanger ist. Macht einen Bogen um solche Mamas. Blockt sie ab und sagt ihnen gleich, dass ihr das alles nicht hören wollt.
Mein Tipp: Lasst euch die schönen Dinge erzählen, nicht die schlimmen Momente!

Vertraut auf euer Gefühl
Auch wenn ihr das erste Mal schwanger und total unsicher seid: Hört darauf, was das zart aufkeimende Mama-Gefühl euch sagen will. Wenn IHR glaubt, dass etwas nicht stimmt oder euch verunsichert, dann macht lieber einmal mehr einen Anruf bei eurem Frauenarzt oder bei eurer Hebamme. Auch hier rate ich lieber, nicht andere Frauen zu fragen – denn niemand weiß, was bei euch los ist. Niemand wird von euch genervt sein, denn Frauenärzte und Hebammen sind dafür da, euch eure Sorgen und Ängste zu nehmen und euch jederzeit zur Seite zu stehen!
Mein Tipp: Wechselt Arzt oder Hebamme, wenn ihr euch nicht gut aufgehoben fühlt und wenn ihr kein Vertrauen habt. Das ist das A und O in einer Schwangerschaft!

Genießt eure Familie – aber nicht zu sehr
Klingt komisch, ist aber so! Eure Familien werden wahrscheinlich intensiv Anteil an euren Schwangerschaften haben, das ist klar. Und das ist ja auch wunderschön und wertvoll – und zwar für beide Seiten! Aber auch hier sollte man vorher wissen: Wenn ihr sie involvieren wollt, dann müsst ihr auch mit Einmischungen rechnen. Ich habe in der ersten Schwangerschaft zu viel preisgegeben und mich recht oft über Meinungen und „Ratschläge“ geärgert. Wenn ihr also euren Familien schon früh über eventuelle Namen, Kindermöbel, Erziehungsstile oder Ernährungsgewohnheiten berichten wollt, dann müsst ihr damit klarkommen, dass eure Familien mitreden werden. Sie werden Namen schlechtmachen, die ihr mochtet. Sie werden viel „besser wissen“ als ihr und euch vielleicht öfter reinreden und verunsichern, als euch lieb wäre.
Mein Tipp: Teilt euer Glück mit eurer Familie, aber private Dinge und wichtige Entscheidungen nur mit euch selbst und eurem Partner!

Genießt eure Langeweile
In der ersten Schwangerschaft lernt man sie, wenn man sie vorher noch nie so in der Art kannte, deutlicher kennen, als man sich je vorstellen konnte. Die Langeweile. Sie beginnt meistens, wenn die lustige Dickbauchzeit sich mehr und mehr in die ungebwegliche Walrosszeit verwandelt und wird immer unerträglicher, je näher es sich dem Ende zuneigt. Wie oft habe ich in der ersten Schwangerschaft darüber geklagt. Und wie oft beklagten sich Freundinnen bei mir darüber! Total verrückt dachte ich oft „Was bin ich froh, wenn das Baby endlich da ist und diese schreckliche Langeweile ein Ende hat!“. Und wie oft dachte ich in den ersten Wochen mit Baby „Was wäre ich froh, wenn ich diese wundervolle Langeweile für eine Stunde wieder hätte!“. Ja, ich weiß: Kann man sich nicht vorstellen, will man auch nicht. Aber tut es! Lest, schaut Netflix, bis das Hirn explodiert, telefoniert mit Freundinnen, schreibt Briefe oder Tagebuch, surft im Internet, bis die Finger wund sind, geht spazieren (falls es noch geht), geht ins Kino, ladet Freunde zum Essen ein, geht in Restaurants. Oder: langweilt euch einfach.
Mein Tipp: Genießt eure ganzen letzten Male ohne Kind und ärgert euch nicht über Langeweile. Bald hat sie ein Ende und ein neues Leben beginnt!

Vertraut euch der besten Freundin an
Die leichteste – und vielleicht wichtigste – Sache in einer Schwangerschaft ist die beste Freundin. Perfekt ist es, wenn die schon Kinder hat, wenn nicht, auch okay. Sprecht mit ihr über eure Gedanken und Ängste, lasst euren Frust bei ihr raus, fragt sie um Rat, bittet sie um Hilfe. Es ist einfach wichtig und unbezahlbar, jemanden außerhalb der Partnerschaft zu haben, dem man sich blind anvertrauen kann. Jemand, dem man sich öffnen und bedingungslos seine innersten, wirren Gedanken offenbaren kann. Eine beste Freundin urteilt nicht, sie richtet nicht, sie hört einfach zu. Und wenn ihr bisher noch keinen solchen Menschen hattet, macht euch auf die Suche nach dieser Vertrauensperson. Denn nicht nur in der Schwangerschaft, auch in den Wochen, Monaten und Jahren danach braucht man jemanden, der einem einfach zuhört, wenn man sich Dinge von der Seele reden muss. Und zwar ohne, dass man das Gefühl hat, als schlechte Mutter abgestempelt zu werden.
Mein Tipp: Fresst nichts in euch rein, sprecht über eure Gefühle. Nichts tut so gut!

Simpel, meine Ratschläge, oder? Aber wirklich wichtig. Gerade jetzt, wo im Freundeskreis einige zum ersten Mal schwanger sind, merke ich wieder, wie verunsichert man als Schwangere sein kann und sich oft zu viel zumutet oder gefallen lässt. Denkt immer daran: IHR bekommt ein Baby. IHR seid der wichtigste Mensch in diesem Moment! Und so solltet ihr euch auch fühlen. Ihr habt das Recht, die Schwangerschaft so zu gestalten, wie ihr wollt.

Wenn ihr euer Baby in einem Geburtshaus bekommen wollt, dann macht das!

Wenn ihr euer Baby bis 4 stillen wollt, dann macht das!

Wenn ihr euer Baby mit Flasche aufziehen wollt, dann macht das!

Wenn ihr euer Baby per Kaiserschnitt entbinden wollt, dann macht das!

Wenn ihr euer Baby im Familienbett schlafen lassen wollt, dann macht das!

Wenn ihr euer Baby Kurtine-Karlotta nennen wollt, dann macht das!

Lass euch nicht reinreden. Lasst euch keine Angst machen. Lasst euch nicht ärgern. Ihr macht das alles nämlich von ganz alleine schon ganz schön richtig!

Ein Gedanke zu „Ungestresst und ungenervt durch die erste Schwangerschaft

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